Was ist Dead Cat Bounce?
Warum ein kurzer Aufschwung im fallenden Markt schnell wie eine Wende aussieht, aber oft keine ist
Definition
Ein Dead Cat Bounce ist eine kurze technische Kurserholung in einem übergeordneten Abwärtstrend, die wie eine Trendwende wirkt, sich aber oft nicht bestätigt.
Ein Dead Cat Bounce ist eine kurzfristige Kurserholung innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends. Der Name kommt vom Wall-Street-Sprichwort "Even a dead cat will bounce if it falls from a great height" (Selbst eine tote Katze springt, wenn sie aus großer Höhe fällt). Im Kryptomarkt sind Dead Cat Bounces besonders häufig, weil die hohe Volatilität und emotionales Retail-Trading kurze Erholungsrallyes begünstigen, die dann erneut einbrechen.
Bekannte Dead Cat Bounces in Krypto
| Event | Crash | Bounce | Danach |
|---|---|---|---|
| Bitcoin 2018 | 20.000 → 6.000 USD | Mehrere Rallyes auf 8.000-9.000 USD | Endgültiges Tief: 3.200 USD |
| Bitcoin Mai 2021 | 60.000 → 30.000 USD | Kurze Rallyes in Folgewochen | Tief bei 29.000 USD |
| Luna Mai 2022 | 87 → 0,00005 USD | Mehrere flüchtige Erholungen am 8.-9. Mai | Totalverlust, kein Recovery |
| FTT Nov. 2022 | 24 → 2,10 USD (-90,4 %) | Kaum Bounce, nachhaltiger Verfall | Fiel auf ~1,40 USD |
| Bitcoin Feb. 2026 | Rückgang auf ~60.000 USD | Rally auf ~72.000 USD (+20 %) | Rückfall auf ~66.000 USD, dann ~76.000 |
So erkennst du einen Dead Cat Bounce
Der wichtigste Indikator ist das Handelsvolumen. Bei einer echten Erholung steigt das Volumen, weil neue Käufer einsteigen. Bei einem Dead Cat Bounce bleibt das Volumen niedrig oder sinkt sogar, die Erholung wird hauptsächlich durch Short Covering getrieben, nicht durch frische Nachfrage. Technisch lässt sich das prüfen: Wenn der RSI und MACD nur leichte Verbesserungen zeigen oder im bärischen Bereich bleiben, spricht das gegen eine echte Trendwende. Ein Dead Cat Bounce erreicht typischerweise nur 23,6-50 % des vorherigen Rückgangs (gemessen an Fibonacci-Retracement-Levels). Erholungen über 61,8 % deuten eher auf eine echte Trendwende hin.
Dead Cat Bounce vs. Bärenmarkt-Rally
| Merkmal | Dead Cat Bounce | Bärenmarkt-Rally |
|---|---|---|
| Dauer | Tage bis 2 Wochen | Wochen bis Monate |
| Ausmaß | 10-40 % des Rückgangs | Kann stärker ausfallen |
| Volumen | Niedrig, sinkend | Moderat, teils ansteigend |
| Ergebnis | Preis fällt auf oder unter vorheriges Tief | Preis fällt langsamer weiter |
| Psychologie | Short Covering, FOMO | Vorsichtiger Optimismus |
Beide sind Fortsetzungsmuster innerhalb eines Bärenmarkts. Der Unterschied liegt in Dauer und Intensität. Ein Dead Cat Bounce dauert selten länger als zwei Wochen und erreicht typisch maximal 25-30 % über dem Tiefpunkt. Eine Bärenmarkt-Rally kann Monate dauern und Anleger in eine Bull Trap locken.
Bitcoin Februar 2026: Dead Cat Bounce oder echte Erholung?
Bitcoin fiel im Februar 2026 unter 60.000 USD, ein Rückgang von ca. 30 % seit Jahresbeginn und die schlechteste YTD-Performance in Bitcoins Geschichte. Der gesamte Kryptomarkt verlor 800 Mrd. USD allein im Februar. Danach folgte eine Rally auf ca. 72.000 USD (+20 % vom Tief), bevor der Kurs auf ~66.000 USD zurückfiel. Analysten sind uneins: Die Rally zeigte moderate Volumina, der RSI erholte sich von überverkauft auf neutral. Auslöser des Crashs waren Trump-Zölle, ein AI-Aktien-Sell-Off und Bitcoin-ETF-Fonds, die von Netto-Käufern zu Netto-Verkäufern wechselten. Stand März 2026 liegt Bitcoin bei ca. 76.000 USD.
Warum fallen so viele Anleger auf Dead Cat Bounces rein?
Drei psychologische Faktoren spielen zusammen. Erstens: FOMO, die Angst, die Erholung zu verpassen. Wer bei 60.000 USD nicht gekauft hat und den Kurs auf 72.000 steigen sieht, springt emotional auf. Zweitens: Ankerbias. Nach einem Crash bei 120.000 USD wirken 60.000 USD wie ein Schnäppchen, obwohl der Kurs weiter fallen kann. Drittens: Bestätigungsfehler. Anleger suchen selektiv nach Informationen, die ihre Kaufentscheidung stützen, und ignorieren bärische Signale. Erfahrene Trader warten deshalb auf Bestätigung: mindestens 2-3 höhere Tiefs und höhere Hochs mit steigendem Volumen, bevor sie eine echte Trendwende annehmen.
Worauf du achten solltest
Wenn der Kurs nach einem starken Rückgang plötzlich 10-30 % steigt, prüfe zuerst das Volumen. Steigt es mit? Wenn nicht, ist es wahrscheinlich ein Dead Cat Bounce. Setze bei bestehenden Positionen einen Stop-Loss unter das vorherige Tief. Handle nie aus FOMO in eine Rally hinein, die du nicht verstehst. Und denke daran: Selbst erfahrene Trader können einen Dead Cat Bounce nicht zuverlässig von einer echten Erholung unterscheiden, der Unterschied zeigt sich oft erst im Nachhinein. Die sicherste Strategie bei Unsicherheit ist DCA: regelmäßig kleine Beträge kaufen, statt alles auf einen vermeintlichen Boden zu setzen.
Ein Dead Cat Bounce retracet typischerweise nur 23,6-50 % des vorherigen Rückgangs und dauert selten länger als 2 Wochen. Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist niedriges oder sinkendes Handelsvolumen während der Erholung.
Häufige Fragen zum Dead Cat Bounce
Wie unterscheide ich einen Dead Cat Bounce von einer echten Erholung?
Das Handelsvolumen ist der wichtigste Indikator. Bei einer echten Erholung steigt das Volumen mit dem Kurs. Bei einem Dead Cat Bounce bleibt es niedrig. Zusätzlich prüfe RSI und MACD: Bleiben sie im bärischen Bereich, spricht das gegen eine Trendwende.
Kann man von einem Dead Cat Bounce profitieren?
Theoretisch ja, durch Short Selling nach dem Bounce. Praktisch ist das Timing extrem schwierig. Die meisten Privatanleger verlieren bei solchen Trades Geld. Sicherer ist es, den Bounce abzuwarten und erst bei bestätigter Trendwende zu kaufen.
Woher kommt der Begriff Dead Cat Bounce?
Der Begriff wurde erstmals im Dezember 1985 in der Financial Times verwendet. Journalisten zitierten einen Broker zu den Finanzmärkten in Singapur: "Even a dead cat will bounce if it falls from a great height." Seitdem ist er Wall-Street-Standard für kurzfristige Schein-Erholungen.
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Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
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