Was ist Margin Trading?
Margin Trading einfach erklärt
Definition
Margin Trading ist der Handel mit Kryptowährungen unter Einsatz von geliehenem Kapital, um größere Gewinne zu erziele...
Margin Trading ermöglicht es Anlegern, mit geliehenem Kapital an den Kryptomärkten zu handeln. Ziel ist es, die potenziellen Gewinne aus Preisbewegungen zu vervielfachen, indem man mit einem größeren Betrag agiert, als man selbst besitzt. Diese Methode ist besonders bei erfahrenen Tradern beliebt, die schnelle und hohe Renditen anstreben.
Wie funktioniert Margin Trading?
Beim Margin Trading hinterlegt ein Trader einen Teil des Handelskapitals als Sicherheit, die sogenannte Margin. Die Börse oder der Broker leiht dann den restlichen Betrag, um eine größere Position eröffnen zu können. Das Verhältnis von geliehenem Kapital zum Eigenkapital wird als Hebelwirkung (Leverage) bezeichnet, zum Beispiel 2x, 5x oder 10x. Ein 10x Hebel bedeutet, dass mit 1.000 € Eigenkapital eine Position im Wert von 10.000 € gehandelt wird.
Steigt der Kurs des gehandelten Assets, fallen die Gewinne proportional höher aus, da sie sich auf die gesamte Position beziehen. Fällt der Kurs jedoch, vergrößern sich die Verluste ebenso schnell. Erreicht der Verlust einen bestimmten Punkt, wird die Position automatisch geschlossen, um den Kreditgeber zu schützen. Dies nennt man Liquidationspreis.
Wichtig: Wenn der Markt sich gegen die Position des Traders bewegt und das Eigenkapital nicht mehr ausreicht, um die Verluste zu decken, fordert die Börse einen sogenannten Margin Call. Hier muss zusätzliches Kapital eingezahlt werden, um eine Liquidation zu vermeiden.
Ein Praxisbeispiel für Margin Trading
Stellen ich mir vor, ein Trader möchte Bitcoin handeln und setzt dabei Margin Trading ein. Er investiert 1.000 € eigenes Kapital und nutzt einen Hebel von 10x. Dadurch kann er eine Bitcoin-Position im Wert von 10.000 € eröffnen. Sein Ziel ist es, von einem Kursanstieg zu profitieren.
Steigt der Bitcoin-Kurs um 10%, erzielt der Trader einen Gewinn von 1.000 € (10% von 10.000 €). Das entspricht einer Rendite von 100% auf sein eingesetztes Eigenkapital. Fällt der Bitcoin-Kurs jedoch um 10%, erleidet der Trader einen Verlust von 1.000 €. In diesem Fall wird seine Position liquidiert, da sein gesamtes Eigenkapital aufgebraucht ist. Bei einigen Produkten können Verluste sogar über das eingesetzte Eigenkapital hinausgehen.
Gut zu wissen: Im Vergleich zum Spot-Trading, bei dem man Kryptowährungen direkt kauft und besitzt, ermöglicht Margin Trading das Handeln mit geliehenen Mitteln. Es ist nicht dasselbe wie der Futures-Handel, der sich auf Preisvereinbarungen für zukünftige Lieferungen konzentriert, auch wenn auch Futures gehebelt werden können.
Relevanz von Margin Trading im Jahr 2026 und im DACH-Raum
Anfang 2026 bleibt Margin Trading ein wichtiger Bestandteil des Krypto-Handels, unterliegt aber weiterhin strengeren Regulierungen. Besonders im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) wird dieser Handelstyp aufgrund der hohen Risiken kritisch betrachtet. Regulierungsbehörden wie die deutsche BaFin legen großen Wert auf den Anlegerschutz, insbesondere bei gehebelten Finanzprodukten. Die Verfügbarkeit von sehr hohen Hebeln für Privatanleger könnte sich weiter einschränken.
Plattformen wie Bitvavo oder Bitpanda bieten in unterschiedlichem Umfang Handelsoptionen an, die auch gehebelte Produkte umfassen können, wobei die regulatorischen Vorgaben stets beachtet werden. Für Einsteiger ist es ratsam, sich zunächst mit dem Spot-Handel vertraut zu machen, bevor man sich den komplexeren und risikoreicheren Formen wie dem Margin Trading zuwendet. Ein fundiertes Verständnis der Risiken ist hierbei unerlässlich.
Vorteile des Margin Tradings & Nachteile des Margin Tradings
Vorteile des Margin Tradings
- +Potenziell höhere Gewinne durch Hebelwirkung
- +Diversifizierung von Anlagestrategien
- +Möglichkeit, auch bei fallenden Kursen zu profitieren (Short-Selling)
Nachteile des Margin Tradings
- -Deutlich erhöhtes Verlustrisiko
- -Gefahr der schnellen Liquidation der Position
- -Komplexität erfordert fundiertes Wissen
Fun Fact
Der Begriff 'Margin' stammt ursprünglich aus dem Baumwollhandel des 19. Jahrhunderts, wo Händler einen kleinen Teil des Kaufpreises als Sicherheit hinterlegten.
