Mark Price: der faire Referenzpreis für Liquidationen
Wie der faire Referenzpreis im Derivatehandel Liquidationen berechnet, warum er vor Manipulation schützt und wie er sich vom letzten Handelspreis unterscheidet
Definition
Der Mark Price ist ein Referenzpreis, den Börsen vor allem im Derivatehandel zur faireren Bewertung von Positionen verwenden. Für Trader ist das wichtig, weil Liquidationen und Margins nicht immer auf dem letzten gehandelten Preis basieren.
Der Mark Price (Markierungspreis) ist ein fairer Referenzpreis, den Börsen im Derivatehandel verwenden, um den Wert offener Positionen zu berechnen und Liquidationen auszulösen. Anders als der letzte Handelspreis basiert er meist auf einem Mittelwert mehrerer Quellen, das schützt Trader vor manipulierten oder kurzzeitig verzerrten Kursen.
Warum es den Mark Price gibt
Würde eine Börse Liquidationen am letzten gehandelten Preis ausrichten, könnte ein einzelner großer Trade den Kurs kurz nach oben oder unten reißen und massenhaft Positionen liquidieren („Liquidation Hunting“). Der Mark Price verhindert das, indem er sich an einem breiteren, manipulationsresistenteren Indexpreis orientiert. So werden Positionen nur bei echten Marktbewegungen liquidiert, nicht bei kurzen Ausreißern.
Mark Price vs. letzter Preis
| Merkmal | Mark Price | Letzter Handelspreis |
|---|---|---|
| Basis | Index aus mehreren Quellen | letzter Trade an einer Börse |
| Zweck | PnL & Liquidation berechnen | tatsächliche Ausführung |
| Manipulierbar | schwer | leichter (kurzfristig) |
Wenn du gehebelt handelst, schau auf den Mark Price, nicht nur auf den letzten Kurs, denn er entscheidet über deine Liquidation. Es kann sein, dass der zuletzt gehandelte Preis schon dein Liquidationsniveau berührt hat, der ruhigere Mark Price dich aber noch im Spiel hält, oder umgekehrt. Wer den Unterschied nicht kennt, wundert sich über scheinbar „zu frühe“ Liquidationen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Mark Price?
Der Mark Price ist ein fairer Referenzpreis, den Börsen im Derivatehandel nutzen, um den Wert offener Positionen zu berechnen und Liquidationen auszulösen. Er basiert meist auf einem Mittelwert mehrerer Quellen statt nur auf dem letzten Handelspreis und schützt so vor manipulierten oder verzerrten Kursen.
Warum nutzen Börsen den Mark Price für Liquidationen?
Um Manipulation zu verhindern. Würde der letzte gehandelte Preis zählen, könnte ein einzelner großer Trade den Kurs kurz verzerren und massenhaft Positionen liquidieren. Der Mark Price orientiert sich an einem breiteren Indexpreis, sodass nur echte Marktbewegungen zur Liquidation führen, nicht kurze Ausreißer.
Was ist der Unterschied zwischen Mark Price und letztem Preis?
Der letzte Handelspreis ist der Kurs des zuletzt ausgeführten Trades an einer Börse. Der Mark Price ist ein Indexpreis aus mehreren Quellen, der zur Berechnung von Gewinn/Verlust und Liquidation dient. Der letzte Preis ist kurzfristig leichter manipulierbar, der Mark Price ist robuster.
Fun Fact
Viele Trader bemerken den Mark Price erst dann bewusst, wenn sie zum ersten Mal sehen, dass ein Referenzwert ihr Risiko anders bewertet als der sichtbare letzte Kurs.
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Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
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