Was ist Risk-Reward Ratio?
Risk-Reward Ratio einfach erklärt
Definition
Das Risk-Reward Ratio zeigt im Krypto-Trading das Verhältnis von möglichem Verlust zu Gewinn. Bei 1:2 riskierst du einen Euro Verlust, um zwei Euro Gewinn zu machen.
Das Risk-Reward Ratio quantifiziert das Verhältnis von potenziellem Verlust zu erwartetem Gewinn bei einer Position.
Wie funktioniert Risk-Reward Ratio?
Das Risk-Reward Ratio (RRR) vergleicht das eingegangene Risiko mit dem erwarteten Gewinn. Ein Verhältnis von 1:2 bedeutet: Du riskierst einen Euro, um zwei zu gewinnen. Professionelle Trader akzeptieren keine Trades unter diesem Minimum, da sonst die Mathematik gegen sie arbeitet.
Mathematisch benötigst du bei einem 1:2 Ratio nur eine Winrate von 33,3 Prozent, um langfristig profitabel zu sein. Das Zauberwort heißt Positionsgröße: Setze nie mehr als ein bis zwei Prozent deines Gesamtkapitals auf einen einzelnen Trade ein. Der Stop-Loss begrenzt den maximalen Verlust, während der Take-Profit den Zielgewinn fixiert. Beide Levels definieren das Ratio bereits vor dem Einstieg.
Die Erwartungswert-Formel bestimmt die langfristige Rentabilität. Multipliziere die Gewinnwahrscheinlichkeit mit dem durchschnittlichen Gewinn und subtrahiere die Verlustwahrscheinlichkeit multipliziert mit dem durchschnittlichen Verlust. Ein positiver Erwartungswert signalisiert statistische Vorteilhaftigkeit über viele Trades hinweg.
Unterschiedliche Trading-Stile erfordern angepasste Ratios. Skalper akzeptieren 1:1,5 bei hohen Trefferquoten und kurzen Haltezeiten. Swing-Trader suchen 1:4 oder höher, um Übernachtrisiken zu kompensieren. Daytrader finden das Optimum meist zwischen 1:2 und 1:3.
Risk-Reward Ratio in der Praxis
Stell dir vor, du kaufst Bitcoin bei 50.000 Euro über Bitvavo Erfahrungen & Test. Du setzt den Stop-Loss bei 48.000 Euro (2.000 Euro Risiko) und den Take-Profit bei 56.000 Euro (6.000 Euro Ziel). Das ergibt ein Ratio von 1:3, da dein Gewinnpotenzial dreimal so hoch ist wie dein eingegangenes Risiko.
Wichtig: Ein gutes Ratio garantiert keinen Gewinn. Slippage bei Altcoins und schlechte Ausführungspreise können das theoretische Verhältnis im Echtgeldhandel deutlich verschlechtern.
Bei einem 1:3 Verhältnis reicht theoretisch eine Gewinnquote von 25 Prozent für langfristige Profitabilität. In der Praxis scheitern viele Einsteiger jedoch an der Disziplin, Stop-Losses nicht zu verschieben oder zu früh Gewinne mitzunehmen, wenn der Markt kurzfristig gegen sie läuft. Die Emotion bleibt der größte Feind jeder Ratio-Strategie.
Das Konzept der R-Multiples standardisiert die Bewertung. Ein 2R-Trade ergibt das Doppelte des riskierten Kapitals. Diese Normierung ermöglicht objektive Performance-Vergleiche über verschiedene Märkte und Strategien hinweg. Ein Trader mit 50 Prozent Winrate und durchschnittlich 2R pro Gewinntrade übertrifft einen Anleger mit 70 Prozent Trefferquote aber nur 0,5R Durchschnittsgewinn.
Reale Handelskosten verschlechtern das theoretische Ratio messbar. Spreads, Kommissionen und Funding-Raten bei perpetual Swaps reduzieren den effektiven Gewinn. Bei Altcoins mit geringer Liquidität entsteht zusätzliches Slippage-Risiko. Backtests müssen diese Friktionskosten simulieren, um realistische Szenarien zu zeigen.
Relevanz 2026 für DACH-Investoren
2026 hat die systematische Planung durch regulatorische Anforderungen der BaFin bei Hebelprodukten und die tiefe Integration in Broker-Apps zum Standard für Retail-Investoren gemacht. In Deutschland ist das Ratio besonders essenziell wegen der Verlustverrechnungsbeschränkung – Verluste lassen sich nur eingeschränkt und mit Verlusttöpfen steuerlich geltend machen, weshalb strikte Verlustkontrolle oberste Priorität hat.
Gut zu wissen: Hebel verändern nicht das Risk-Reward Ratio. Sie erhöhen nur die Positionsgröße – das Verhältnis bleibt gleich.
In Österreich beeinflusst die steuerliche Behandlung von Krypto-Futures die Strategiewahl maßgeblich, während Schweizer ETP-Anbieter Ratio-Strategien zunehmend in verpflichtende Beratungsprotokolle aufnehmen. Wer über Bitvavo oder andere Anbieter wie Bitpanda Erfahrungen handelt, sollte diese Kennzahl deshalb vor jedem einzelnen Trade prüfen und dokumentieren.
Moderne Handelsplattformen unterstützen durch Bracket-Orders die disziplinierte Umsetzung. Diese Orderarten platzieren Stop-Loss und Take-Profit simultan beim Entry. Die Automatisierung verhindert emotionale Eingriffe während laufender Positionen. Besonders in den volatilen Kryptomärkten schützt diese Technik vor spontanen Panikreaktionen.
Die 24/7-Verfügbarkeit von Kryptomärkten erhöht das Gap-Risiko gegenüber traditionellen Börsen. Stop-Losses können bei heftigen Abwärtsbewegungen nicht ausgeführt werden. Ein konservatives Ratio von 1:4 oder höher kompensiert diese Ausreißerrisiken und schafft Puffer für Flash-Crashes außerhalb der Handelszeiten traditioneller Märkte.
Vorteile & Nachteile
Vorteile
- +Klare Risikokontrolle bereits vor dem Trade
- +Mathematischer Vorteil auch bei niedriger Winrate
- +Diszipliniertes Trading durch feste Regeln
Nachteile
- -Slippage bei Altcoins verfälscht das theoretische Ratio
- -Strikte Stop-Loss-Disziplin psychologisch schwierig
- -Volatile Märkte können Stop-Losses vorzeitig auslösen
Fun Fact
Mit 1:2 Ratio brauchst du nur 33% Gewinnquote. Das sind weniger als jeden dritten Trade gewinnen.
