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Was ist Taker Fee?

Taker Fee einfach erklärt

trading
Aktualisiert: 4 Min. LesezeitEinsteiger

Definition

Handelsgebühr auf Krypto-Börsen für sofortige Orders, die bestehende Angebote im Orderbuch annehmen und Liquidität entnehmen.

Wenn Du Bitcoin oder Ethereum kaufst und die Order umgehend ausgeführt werden soll, zahlst Du eine Taker Fee. Diese Handelsgebühr fällt bei jeder Order an, die bestehende Angebote im Orderbuch annimmt und damit Liquidität aus dem Markt entnimmt. Für Einsteiger ist das Verständnis dieses Kostenfaktors essenziell, da Taker Fees meist deutlich höher ausfallen als die sogenannten Maker Fees. Diese Kosten fallen sofort an, unabhängig davon, ob Dein Trade später Gewinn oder Verlust macht. Bei einem jährlichen Handelsvolumen von 50.000 Euro können durch die Wahl des falschen Order-Typs schnell mehrere hundert Euro an unnötigen Gebühren entstehen. Gerade auf Plattformen wie Bitpanda oder Kraken lohnt sich der genaue Blick auf die Preisgestaltung, um langfristig mehr vom eigenen Investment zu behalten.

Wie funktioniert die Taker Fee?

Krypto-Börsen arbeiten mit einem zentralen Orderbuch-Modell. Dort warten Verkaufs- und Kaufangebote verschiedener Nutzer auf passende Gegenparteien. Sobald Du eine Market Order platzierst – also einen Kauf zum aktuell besten verfügbaren Preis – nimmst Du eines dieser wartenden Angebote sofort an und entnimmst Liquidität. Die Börse berechnet dafür die Taker Fee, typischerweise zwischen 0,10 und 0,60 Prozent des Handelsvolumens bei regulierten DACH-Anbietern.

Auch Limit Orders können Taker Fees auslösen, wenn der gesetzte Preis zufällig exakt mit einem vorhandenen Angebot übereinstimmt und die Ausführung instantan erfolgt. Das System belohnt damit jene Trader, die Liquidität bereitstellen, mit niedrigen Maker Fees, während jene, die Liquidität konsumieren, einen Aufschlag von durchschnittlich 50 bis 100 Prozent auf die Basisgebühr tragen müssen. Das ist kein Zufall, sondern ökonomisch sinnvoll: Börsen benötigen stets genügend Angebote im Buch, um einen reibungslosen Handel zu garantieren.

Taker Fee vs. Maker Fee: Das Praxisbeispiel

Der finanzielle Unterschied zwischen den beiden Modellen wird anhand eines konkreten Beispiels sofort sichtbar: Du möchtest Bitcoin im Wert von 10.000 Euro kaufen. Bei einer typischen Taker Fee von 0,20 Prozent – Standard bei vielen Kontomodellen bei Bitvavo (10€ Neukundenbonus) oder ähnlichen Plattformen wie Bitpanda – zahlst Du allein für die Ausführung 20 Euro Gebühr.

Setzt Du stattdessen eine Limit Order knapp unter dem aktuellen Marktpreis, wird diese nicht sofort ausgeführt, sondern landet zunächst im Orderbuch. Du stellst damit Liquidität bereit und zahlst als Maker stattdessen nur 0,10 Prozent – also lediglich 10 Euro. Das bedeutet eine Ersparnis von 50 Prozent auf die Transaktionskosten. Bei Bitvavo Erfahrungen & Test haben wir praktisch nachgerechnet: Wer regelmäßig handelt und konsequent Limit Orders nutzt, spart mit diesem Wissen schnell dreistellige Beträge jährlich. Der Trade-Off ist lediglich Zeit und Flexibilität: Die Ausführung erfolgt nicht garantiert sofort, sondern erst, wenn der Marktpreis Deinen gewünschten Limit-Preis erreicht. In ruhigen Märkten kann das Sekunden dauern, in volatilen Phasen auch länger oder gar nicht eintreten.

Wichtig

Taker Fees fallen auf das gesamte Handelsvolumen an – nicht nur auf Deinen Gewinn. Kaufst Du Krypto für 5.000 Euro und verkaufst sie später mit Verlust, hast Du dennoch bei beiden Transaktionen die Gebühr gezahlt.

Taker Fees 2026: Das ändert sich für Dich

Seit der vollständigen MiCA-Umsetzung im Jahr 2026 müssen regulierte Anbieter wie Bitpanda Pro, Kraken oder Coinbase Germany ihre Gebührenstrukturen vollständig transparent offenlegen. Die BaFin überwacht dabei strikt, dass Taker Fees nicht versteckt in hohen Spreads verschwinden oder durch undurchsichtige Cashback-Modelle und komplexe Rabattstufen verschleiert werden.

Aktuell beobachten wir einen intensiven Wettbewerbsdruck bei DAX-Krypto-Brokern: Die Gebühren sinken tendenziell weiter, wobei Taker Fees jedoch weiterhin merklich über den Maker Fees liegen. Für Dich als Nutzer bedeutet das konkret: Prüfe vor jedem Trade kritisch, ob Du den höheren Preis für sofortige Ausführung wirklich benötigst. Bei extremen Volatilitäten kann die Market Order sinnvoll sein, um Schnäppchen zu ergattern oder Verluste zu begrenzen. Bei normalen Marktbedingungen jedoch wartet eine Minute auf die Limit-Ausführung und spare somit die Hälfte der Transaktionskosten. Dieser Unterschied mag bei kleinen Beträgen marginal erscheinen, summiert sich aber über das Jahr betrachtet zu einer signifikanten Belastung Deines Portfolios.

Gut zu wissen

Einige Broker wie Bitpanda arbeiten neben dem Orderbuch-Modell auch mit Spread-Aufschlägen. Hier gibt es keine Taker oder Maker Fees, aber die Gesamtkosten können bei kleinen Beträgen höher ausfallen als bei klassischen Börsen.

Verstehst Du den Unterschied zwischen Taker und Maker, optimierst Du Deine Trading-Kosten nachhaltig und behältst mehr von Deinem investierten Kapital. Bei größeren Beträgen lohnt sich die kurze Wartezeit für eine Limit Order immens – das spart Dir bei jedem Trade echtes Geld, das Du stattdessen in weitere Assets investieren kannst, anstatt es an die Börse abzugeben.

Vorteile & Nachteile

Vorteile

  • +Sofortige Ausführung garantiert
  • +Kein Warten auf den Marktpreis
  • +Sicherer bei schnellen Kursbewegungen

Nachteile

  • -50-100% teurer als Maker Fees
  • -Kosten fallen auch bei Verlusten an
  • -Bei hohem Volumen signifikante Belastung

Fun Fact

Bei täglichem Handel von 1.000 Euro kannst Du mit Maker-Fees jährlich über 365 Euro gegenüber Taker-Fees sparen.