Bitcoin zeigt technische Warnsignale, die an den Bärenmarkt von 2022 erinnern. Trotz eines aktuellen Kurses von 77.550 USD warnen Analysten vor einer strukturellen Schwäche. Der Bull Score Index von CryptoQuant signalisiert derzeit eine extrem bärische Marktstimmung.
Widerstand am 200-Tage-Durchschnitt
Bitcoin stieß kürzlich an eine starke technische Grenze. Der 200-Tage-Durchschnitt bei etwa 82.400 USD fungierte als massiver Widerstand. Danach korrigierte der Kurs auf Werte bis zu 76.000 USD. Diese Bewegung spiegelt die Dynamik vom März 2022 wider, als BTC nach einer Rallye erneut sank.
Die Historie zeigt eine klare Tendenz bei diesem Indikator. In Bärenmärkten trennt der 200-Tage-Durchschnitt kurzfristige Erholungen von der Fortsetzung des Abwärtstrends. Ein Scheitern über diesem Niveau gilt als Bestätigung für die bestehende Bärenstruktur. Die Daten deuten auf eine ähnliche Situation im Mai 2026 hin.
„In Bärenmärkten hat der 200-Tage-MA konsistent als Grenze zwischen Relief-Rallye-Territorium und Trendfortsetzung gewirkt"
Der Analyst betont, dass das aktuelle Muster die technische Bestätigung für den Bärenmarkt liefert. Bitcoin stieg zuvor um 37 Prozent von den April-Tiefs.
Die Geschwindigkeit des jüngsten Kursabfalls sorgt für Beunruhigung. Analysten von Bitfinex werten die Dynamik als Zeichen für einen strukturellen Mangel. Die kurzzeitige Rallye zu Beginn des Jahres basierte demnach nicht auf einer soliden Fundamentaldaten-Basis. Dies verstärkt die Sorge vor weiteren Kursverlusten.
Zusätzliche Daten aus dem Orderbuch zeigen eine Häufung von Verkaufsorders im Bereich zwischen 80.000 und 83.000 USD. Diese Liquiditätszonen wirken wie eine gläserne Decke, die einen nachhaltigen Ausbruch nach oben derzeit verhindert. Die Marktteilnehmer reagieren auf diese Zonen mit einer erhöhten Verkaufslust.
Kontraktion der institutionellen Nachfrage
Die Nachfrage nach Bitcoin ist in eine Kontraktionsphase übergegangen. Besonders die spekulativen Long-Positionen in Perpetual Futures nahmen stark ab. Trader schlossen ihre gehebelten Positionen, sobald der Kurs die Marke von 82.000 USD erreichte. Gleichzeitig sank die Spot-Nachfrage laut CryptoQuant sogar noch schneller.
Auch die US-Spot-ETFs änderten ihre Strategie grundlegend. Nachdem diese im Mai über 64.000 Bitcoin gekauft hatten, wurden nun netto etwa 4.000 BTC verkauft. Dieser Umschwung zeigt, dass institutionelle Anleger derzeit vorsichtiger agieren. Die Kapitalflüsse aus den ETFs belasten den aktuellen Preisdruck zusätzlich.
Ein weiterer Indikator ist das Coinbase Bitcoin Price Premium. Dieser Wert blieb während der gesamten Rallye im April und Mai negativ. Normalerweise begleiten positive Prämien nachhaltige Bullenmärkte. Die aktuellen Daten belegen, dass US-Institutionen und Privatanleger nicht in signifikantem Umfang in den Markt zurückgekehrt sind.
Der Bull Score Index stützt die pessimistische Einschätzung. Der Wert sank von 40 auf 20 Punkte. Diese Marke entspricht den Readings aus dem Februar 2026, als BTC auf 60.000 bis 66.000 USD fiel. Historisch folgen auf Werte zwischen 0 und 20 oft weitere Preisrückgänge oder Seitwärtsphasen.
Die Onchain-Daten zeigen zudem, dass große Wallet-Adressen, sogenannte Wale, ihre Bestände in den letzten Wochen leicht erhöht haben, während die mittlere Schicht der Anleger verkauft. Diese Divergenz deutet darauf hin, dass die breite Marktbasis derzeit kein Interesse an höheren Einstiegspreisen hat.
Fazit: Fokus auf die 70.000-USD-Marke
Für dich bedeutet das, dass die Marke von 70.000 USD nun die entscheidende Unterstützung ist. Hier liegt der Traders Onchain Realized Price. Wenn Bitcoin dieses Niveau hält, sinkt der Anreiz für Trader, weitere Verluste zu realisieren. Das könnte den Kurs stabilisieren.
Beobachte die Entwicklung des Coinbase-Premiums genau. Erst eine Rückkehr in den positiven Bereich signalisiert eine echte Rückkehr institutioneller Käufer. Bis dahin bleibt die technische Struktur bärisch, was eine vorsichtige Positionierung nahelegt.
Quelle: The Block




