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EDX Markets beantragt US-Trust-Charter für Krypto-Custody

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Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
EDX Markets beantragt US-Trust-Charter für Krypto-Custody

EDX Markets, die von Citadel Securities unterstützte Krypto-Börse, hat bei der US-Aufsichtsbehörde Office of the Comptroller of the Currency (OCC) einen formellen Antrag auf Erteilung eines Trust-Charters eingereicht. Dieser regulatorische Schritt ermöglicht dem Unternehmen die Erweiterung seines Dienstleistungsangebots um institutionelle Custody- und Asset-Services. Der Antrag markiert eine strategische Neuausrichtung der 2023 gestarteten Plattform, die bislang ausschließlich auf ein Non-Custody-Handelsmodell setzte.

EDX Markets
Antragsteller
US-Trust-Charter
Beantragte Lizenz
Citadel
Strategischer Backer

EDX Markets beantragt US-Trust-Charter

Der Trust-Charter gilt in den USA als eines der stringentesten Regulierungsinstrumente für Finanzdienstleister. Im Gegensatz zu reinen Geldübertragungslizenzen erlaubt diese Konzession Unternehmen, digitale Assets im Namen von Kunden zu verwahren. Die OCC prüft Anträge besonders streng hinsichtlich Kapitalausstattung und Cyber-Sicherheitsstandards. Die Behörde, die seit 1863 für die Aufsicht über nationale Banken zuständig ist, verlangt detaillierte Nachweise über interne Kontrollmechanismen und die technische Infrastruktur der Antragsteller.

Die Börse ging 2023 mit Unterstützung von Schwergewichten wie Citadel Securities, Fidelity Digital Assets und Charles Schwab an den Markt. Diese Allianz brachte von Beginn an erhebliches institutionelles Kapital in das Projekt ein. Bisher konzentrierte sich EDX auf den Handel von Bitcoin und Ethereum über ein Non-Custody-Modell. Dabei fungierte die Plattform ausschließlich als Matching-Engine für Handelsaufträge, ohne jemals die tatsächliche Verfügungsgewalt über die Vermögenswerte zu erlangen.

Kunden mussten ihre Assets selbst in Wallets verwahren, während EDX lediglich die Handelsinfrastruktur bereitstellte. Diese Trennung entsprach zwar den Idealen der Selbstverwahrung, schränkte jedoch die Zielgruppe auf technisch versierte Investoren ein. Institutionelle Mandanten, deren Compliance-Vorgaben eine verwahrungspflichtige Gegenstelle vorschreiben, blieben zwangsläufig ausgeschlossen. Das neue Modell soll diese Hürde eliminieren und den Zugang für traditionelle Vermögensverwalter öffnen.

Mit dem Trust-Charter würde EDX zu einer vollständigen Service-Plattform für institutionelle Investoren. Das Unternehmen reagiert damit auf die wachsende Nachfrage nach regulierten Custody-Lösungen. Etablierte Vermögensverwalter drängen verstärkt in den Markt, verlangen dabei aber nach bankenähnlichen Strukturen. Die Lizenz würde es EDX erlauben, digitale Assets im Namen der Kunden zu halten und damit die regulatorischen Anforderungen großer institutioneller Akteure zu erfüllen. Für viele institutionelle Mandanten stellt dies eine Grundvoraussetzung für Investments dar. Interne Compliance-Richtlinien verlangen nach solchen regulierten Verwahrstrukturen, die eine klare Haftungsverteilung und Einlagensicherheit gewährleisten.

Institutionelle Custody als Wachstumstreiber

Die Nachfrage nach regulierten Krypto-Custody-Diensten steigt seit dem Jahreswechsel 2025/2026 kontinuierlich an. Institutionelle Investoren verlangen nach Lösungen, die regulatorische Klarheit über die Einlagensicherheit bieten. Der Antrag von EDX Markets adressiert genau diese Marktlücke. Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften und Family Offices, die bislang aus regulatorischen Gründen von direkten Krypto-Investments ausgeschlossen waren, erweitern zunehmend ihre Mandate um digitale Assets. Diese Akteure verlangen nach Dienstleistern, die bankähnliche Sicherheitsstandards bieten und gleichzeitig die regulatorischen Anforderungen der SEC sowie der OCC erfüllen.

Der Markt für institutionelle Verwahrdienste wird 2026 von etablierten Playern wie Coinbase Custody und BitGo dominiert. EDX positioniert sich als Alternative mit traditionellem Finanzsektor-Background. Die Konkurrenzsituation ist intensiv, aber das Wachstum des Marktes bietet Platz für neue Anbieter mit starkem Backing. Die Differenzierung erfolgt dabei über die Herkunft des institutionellen Vertrauens: Während reine Krypto-Native-Unternehmen technische Expertise bieten, bringen traditionelle Finanzdienstleister Jahrzehnte an Erfahrung in der regulatorischen Navigation komplexer Märkte ein.

Citadel Securities bringt hier sein institutionelles Netzwerk und seine regulatorische Expertise ein. Die Beteiligung signalisiert, dass die Grenzen zwischen traditioneller und digitaler Finanzwelt verschwimmen. EDX erhält dadurch Zugang zu einem Kundenstamm, der auf etablierte Namen im Finanzsektor vertraut. Die Präsenz von Citadel könnte sich bei der OCC-Prüfung als vorteilhaft erweisen, da die Behörde besonderen Wert auf die Nachweisführung hinsichtlich Risikomanagement und operativer Resilienz legt.

Kritiker argumentieren, dass die Konsolidierung bei institutionellen Custody-Anbietern die Dezentralisierung untergräbt. Die Konzentration von Vermögenswerten bei wenigen regulierten Einrichtungen schaffe potenzielle Single-Points-of-Failure. Die Entwicklung zeigt jedoch, dass regulatorische Compliance für institutionelles Kapital unverzichtbar ist. Die OCC-Prüfung konzentriert sich auf Reservehaltung und Sicherheitsprotokolle, um die Stabilität des Gesamtsystems zu gewährleisten.

Fazit: Fazit und Marktausblick

Der Antrag markiert einen strategischen Wendepunkt für EDX Markets. Sollte die Genehmigung erfolgen, positioniert sich die Plattform als direkter Konkurrent zu etablierten Custody-Providern. Das institutionelle Backing und die Marktmacht von Citadel könnten entscheidende Wettbewerbsvorteile schaffen.

Die Entscheidung der OCC wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 oder 2027 erfolgen. Analysten erwarten eine intensive Prüfung der technischen Infrastruktur. Die Genehmigungsfristen bei Trust-Charter-Anträgen variieren typischerweise zwischen zwölf und achtzehn Monaten.

Für den Gesamtmarkt bedeutet dies eine weitere Professionalisierung der Infrastruktur. Die Integration traditioneller Finanzdienstleistungen in den Krypto-Sektor schreitet voran. Langfristig könnte dies die Akzeptanz digitaler Assets bei Großinvestoren weiter beschleunigen.

Quelle: CoinDesk

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth

Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

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