Zum Hauptinhalt springen

OpenFX sammelt 94 Mio. USD für Stablecoin-Devisen

News4 Min. Lesezeit
Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
OpenFX sammelt 94 Mio. USD für Stablecoin-Devisen

Das Stablecoin-Startup OpenFX hat eine Series-A-Finanzierung über 94 Millionen US-Dollar abgeschlossen. An der Runde beteiligten sich Lightspeed Venture Partners und Galaxy Ventures sowie Dune Ventures, Coinbase Ventures und Kraken Ventures. Das Kapital soll den Ausbau eines dezentralen Devisen-Netzwerks ermöglichen, das grenzüberschreitende Zahlungen mit T+0-Settlement beschleunigt und die Kosten für Liquiditätsvorhaltung massiv senkt.

94 Mio. USD
Series-A-Finanzierung
OpenFX
Stablecoin-Devisen-Netzwerk
T+0
Settlement-Ziel

Das Kapitalmarktgeschehen markiert einen Quantensprung für die Institutionalisierung von Krypto-Zahlungsinfrastrukturen. OpenFX nutzt Stablecoins, also an reale Währungen gekoppelte digitale Token, um Währungsumtausch und Überweisungen zu beschleunigen. Statt auf das traditionelle Korrespondenzbanken-System mit mehreren Zwischenstufen und Tagen Bearbeitungszeit zu setzen, erlaubt das Protokoll nahezu instantane Abwicklungen auf der Blockchain.

Das Protokoll operiert an der Schnittstelle zwischen DeFi und institutionellem Fremdwährungshandel. Es ermöglicht den Tausch von Stablecoins verschiedener Währungspaare ohne die Latenzzeiten klassischer SWIFT-Überweisungen. Während traditionelle grenzüberschreitende Zahlungen ein bis fünf Werktage benötigen und dabei mehrere Intermediäre durchlaufen, finalisieren sich Blockchain-Transaktionen in Minuten.

Das Geschäftsmodell: T+0 statt T+2

Das Kernproblem, das OpenFX adressiert, liegt in der ineffizienten Liquiditätsbindung im klassischen Devisenhandel. Banken müssen weltweit Nostro- und Vostro-Konten vorhalten, um Währungen jederzeit verfügbar zu haben. Diese bilateralen Kontenverhältnisse zwingen Finanzinstitute, Milliarden in verschiedenen Währungen zu parken, ohne dafür angemessene Renditen zu erzielen. Die vorgehaltenen Kapitalreserven kosten die Branche jährlich Milliarden an Opportunitätskosten, während gleichzeitig Settlement-Risiken über Tage bestehen bleiben. Stablecoin-basierte Netzwerke reduzieren diese Vorhaltung erheblich, da digitale Token rund um die Uhr transferierbar sind und Settlement nahezu in Echtzeit erfolgt.

Die Series-A-Runde soll laut Unternehmensangaben primär der technischen Infrastruktur sowie der Expansion in neue Märkte dienen. Dabei setzt OpenFX auf eine hybride Architektur, die regulatorische Compliance mit der Effizienz von Smart Contracts verbindet. Die programmierbaren Verträge automatisieren nicht nur den Settlement-Prozess, sondern ermöglichen auch komplexe Bedingungsketten, bei denen Zahlungsströme erst freigegeben werden, wenn Liefernachweise oder Zollunterlagen vorliegen. Diese Automatisierung reduziert manuelle Prüfschritte und minimiert Betrugsrisiken. Nutzer können Fiat-Währungen in tokenisierte Form bringen und diese anschließend gegen andere Währungspaare tauschen, ohne die Blockchain-Ökonomie verlassen zu müssen.

Das System nutzt On-Chain-Liquiditätspools, die durch algorithmische Market Maker gestützt werden und enge Spreads zwischen verschiedenen Währungen ermöglichen. Diese dezentralen Pools aggregieren Liquidität aus verschiedenen Quellen und ermöglichen Preisfindung in Echtzeit, ohne dass traditionelle Market-Maker-Abkommen erforderlich sind. Die Integration traditioneller Banken-APIs soll dabei die Adoption bei konservativen Institutionen erleichtern und bestehende Treasury-Systeme von Konzernen direkt anbinden. Durch die Einbettung in bestehende Finanzinfrastrukturen entfällt das aufwendige Onboarding neuer Technologiestacks für institutionelle Kunden.

Das Geschäftsmodell zielt primär auf B2B-Kunden ab. Import- und Exportunternehmen sowie DeFi-Protokolle mit multipler Währungsanbindung profitieren von reduzierten Spreads und geringeren operativen Risiken. Die 94 Millionen Dollar ermöglichen es OpenFX, Liquiditätspools in zusätzlichen Währungspaaren aufzubauen und institutionelle Konnektivität zu etablieren. Zudem lässt sich das System für programmierbare Zahlungen nutzen, bei denen Gelder erst freigegeben werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Marktchancen und regulatorische Einordnung

Die Finanzierungsrunde kommt zu einem Zeitpunkt, an dem regulatorische Rahmenbedingungen für Stablecoins in vielen Jurisdiktionen klarer werden. Im Jahr 2026 zeigt sich eine Konsolidierung des Marktes für digitale Zahlungsinstrumente, bei der Effizienz gegenüber rein spekulativen Anwendungen in den Vordergrund rückt. Die Europäische Union hat mit MiCA-Rahmenwerken klare Regeln gesetzt, die insbesondere für Stablecoin-Emittenten Reservehaltungsanforderungen und Redemptionsrechte definieren. In den USA zeichnen sich ebenfalls neue Gesetzgebungen ab, die institutionelle Teilnahme erleichtern und regulatorische Unsicherheiten abbauen könnten.

Traditionelle Finanzinstitute erleben zunehmenden Druck, ihre Infrastruktur zu modernisieren. Gleichzeitig suchen Unternehmen nach Alternativen zum Dollar-SWIFT-Monopol, insbesondere für Handelsströme zwischen Schwellenländern. Für Volkswirtschaften mit währungspolitischen Restriktionen oder begrenztem Zugang zu Dollar-Liquidität eröffnen dezentrale Devisenmärkte alternative Handelsrouten, die unabhängig von traditionellen Korrespondenzbanken funktionieren. Stablecoin-basierte Devisenlösungen bieten hier eine technisch reife Option, die ohne die Volatilität von ungedeckten Kryptowährungen wie Bitcoin auskommt. Die Wertstabilität der Token reduziert das Wechselkursrisiko während der Transaktion.

Der Markt für digitale Devisenlösungen gewinnt zusätzlich an Dynamik durch die wachsende Akzeptanz von Tokenisierung bei Zentralbanken. Mehrere Notenbanken experimentieren mit Central Bank Digital Currencies, die langfristig mit privaten Stablecoin-Netzwerken interoperieren könnten. OpenFX positioniert sich als Bindeglied zwischen diesem zukünftigen CBDC-Ökosystem und der bestehenden Geschäftswelt.

Fazit: Infrastruktur für das tokenisierte Zahlungszeitalter

OpenFX positioniert sich mit der 94-Millionen-Finanzierung als Infrastrukturanbieter für das kommende Zeitalter des tokenisierten Zahlungsverkehrs. Die Investitionssumme signalisiert institutionelles Vertrauen in die Skalierbarkeit des Modells über das experimentelle Stadium hinaus. Die Interoperabilität zwischen verschiedenen Blockchain-Netzwerken bleibt eine technische Herausforderung, die durch das frische Kapital adressiert werden muss.

Die Finanzierung unterstreicht einen nachhaltigen Trend: Blockchain-Technologie verlässt den experimentellen Status und löst reale ineffiziente Prozesse im Finanzsektor. Für Nutzer bedeutet das langfristig potenziell schnellere und günstigere internationale Überweisungen, ohne die Sicherheit traditioneller Währungen aufgeben zu müssen. Der Erfolg des Projekts wird nun davon abhängen, ob es gelingt, die technische Infrastruktur mit regulatorischen Anforderungen und etablierten Bankenpartnern zu verzahnen.

Quelle: Cointelegraph

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth

Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

Über Steffi

Risikohinweis: Meine Inhalte dienen ausschließlich zur Information und stellen keine Anlageberatung dar.

Diese Seite kann Affiliate-Links enthalten. Bei einem Kauf über diese Links erhalte ich eine Provision — du unterstützt meinen Kanal ohne Mehrkosten. Danke! ❤️