Präsident Shavkat Mirziyoyev hat am 20. April 2026 ein Dekret zur Gründung des Besqala Mining Valley unterzeichnet. Die neue Sonderzone in der Republik Karakalpakstan bietet Mining-Unternehmen attraktive Steuerbedingungen und Lizenzen. Damit will Usbekistan seine Position im globalen Bitcoin-Netzwerk stärken und die lokale Wirtschaft durch Krypto-Investitionen ankurbeln.
Regulatorische Neuausrichtung im Besqala Mining Valley
Die neue Sonderzone untersteht einer eigenen Direktion des Ministerrats der Republik Karakalpakstan. Unternehmen müssen sich dort registrieren und eine Lizenz bei der Nationalen Agentur für Zukunftsprojekte beantragen. Bitcoin-Mining bleibt in Usbekistan streng reguliert, wobei nur juristische Personen offiziell minen dürfen, während Privatpersonen ausgeschlossen bleiben.
Die Regierung verbietet Mining ohne Registrierung oder Identitätsnachweis sowie die Nutzung von Privacy Coins landesweit. Kryptowährungen dürfen zudem nicht als Zahlungsmittel im Inland verwendet werden. Die staatliche Aufsicht konzentriert sich primär auf Trading und Mining, um rechtliche Grauzonen im Finanzsektor effektiv zu vermeiden.
Bisher war Mining in Usbekistan wirtschaftlich wenig attraktiv, da Miner oft das Doppelte der üblichen Stromtarife zahlten. Bei illegalem Betrieb fordert der Staat sogar das Fünffache der normalen Preise. Diese harten Sanktionen führten dazu, dass die nationale Hashrate lange Zeit auf einem sehr niedrigen Niveau stagnierte.
Daten der Cambridge-Universität belegen diese Entwicklung: Zwischen Oktober 2019 und Januar 2022 lag der Anteil Usbekistans an der globalen Hashrate bei lediglich 0,02 bis 0,1 Prozent. Die neue Sonderzone soll diesen Trend durch gezielte Anreize und bessere regulatorische Bedingungen nun grundlegend umkehren.
Die Nationale Agentur für Zukunftsprojekte steuert die Lizenzvergabe auf Basis detaillierter Businesspläne zu Energieverbrauch und Investitionssummen. Nur Betreiber, die nachweislich zur technologischen Entwicklung der Region beitragen, erhalten Zugang zu den steuerlichen Vorteilen. Die Behörden verlangen zudem eine lückenlose Dokumentation aller Hardware-Importe.
Strategische Anreize und industrielle Entwicklung
Usbekistan orientiert sich an Kasachstan, wo billige fossile Energien zu Netzinstabilitäten führten. Um dies zu vermeiden, fördert Usbekistan verstärkt Solarenergie. Die erste offizielle Lizenz im Januar 2026 erhielt das solarbetriebene Unternehmen NexaGrid, was den Fokus auf nachhaltige Energiequellen unterstreicht.
Im März 2026 kündigte die Führung eine Senkung der Stromkosten für Mining- und KI-Rechenzentren um 15 Prozent an. Diese Maßnahme befindet sich aktuell in der Prüfung durch die zuständigen Ministerien. Günstige Energie gilt als der entscheidende Wettbewerbsfaktor für industrielle Mining-Operationen.
Die Bekämpfung illegaler Anlagen bleibt Priorität; im Jahr 2024 entdeckten Regierungsvertreter in der Region Buchara insgesamt 91 illegale Mining-Farmen. Das neue Lizenzsystem der Nationalen Agentur für Zukunftsprojekte soll den Sektor vollständig in die legale Wirtschaft integrieren und Schattenwirtschaft reduzieren.
Die strategische Ausrichtung umfasst auch Künstliche Intelligenz. Rechenzentren, die neben Bitcoin-Mining auch KI-Workloads verarbeiten, erhalten bevorzugten Zugang zu Stromkontingenten. Diese Diversifizierung soll die Abhängigkeit von der Volatilität des Bitcoin-Preises reduzieren und die technologische Infrastruktur modernisieren.
Zusätzlich plant die Regierung den Ausbau der Stromnetze in Karakalpakstan mittels Smart-Grid-Technologien, um Lastspitzen abzufangen. Analysten erwarten, dass die Kombination aus steuerlichen Anreizen und energetischer Modernisierung die Attraktivität Zentralasiens als Alternative zu Nordamerika steigert, insbesondere bei steigenden weltweiten Energiekosten.
Fazit: Neue Chancen für Mining-Unternehmen
Für dich bedeutet diese Entwicklung, dass Usbekistan als ernsthafter Standort für industrielle Mining-Operationen auftaucht. Während BTC bei 77.672 USD notiert, suchen Unternehmen nach effizienten Energielösungen. Die Sonderzone senkt die Eintrittshürden durch Steuererleichterungen und Lizenzen deutlich.
In Deutschland, Österreich oder der Schweiz ändert dies nichts an deinen privaten Steuerpflichten. Wer jedoch in Mining-Unternehmen investiert, sieht nun eine neue Option in Zentralasien. Die Kombination aus Solarenergie und staatlichen Rabatten könnte die globale Verteilung der Hashrate langfristig verschieben.
Quelle: Google News DE (Krypto)
