Was ist der Clarity Act?
Der US-Gesetzentwurf zur Zuständigkeit von SEC und CFTC
Definition
Der Clarity Act (Digital Asset Market Clarity Act of 2025, H.R. 3633) ist ein US-Gesetzentwurf, der die Zuständigkeit für Kryptowerte zwischen SEC und CFTC klären soll. Das Repräsentantenhaus stimmte am 17. Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen zu, im Senat ist er noch nicht verabschiedet.
Der Clarity Act (voller Name: Digital Asset Market Clarity Act of 2025, Gesetzentwurf H.R. 3633) soll eine Frage beantworten, an der sich die US-Krypto-Branche seit Jahren aufreibt: Wer ist eigentlich zuständig? Bisher konkurrieren dort zwei Aufsichtsbehörden. Die SEC betrachtet viele Token als Wertpapiere, die CFTC behandelt sie als Rohstoffe. Weil niemand verbindlich sagt, welcher Token in welche Schublade gehört, wurde Regulierung in den USA jahrelang vor Gericht ausgetragen statt im Gesetzbuch geregelt.
Was der Clarity Act regeln soll
Der Entwurf zieht eine Grenze zwischen zwei Kategorien. Token, die eher einer Ware gleichen, fallen unter die CFTC. Token, die wie ein Wertpapier verkauft werden, bleiben bei der SEC. Entscheidend ist dabei nicht der Token an sich, sondern wie stark ein Netzwerk noch von einem zentralen Unternehmen abhängt. Ein Projekt, das von einer Firma gesteuert wird, wird anders eingeordnet als ein dezentrales Netzwerk ohne Kontrollinstanz.
Für Anleger ist das keine juristische Feinheit. Von dieser Einordnung hängt ab, welche Börse einen Token überhaupt listen darf, welche Informationen ein Projekt veröffentlichen muss und wie groß das Risiko einer nachträglichen Klage ist.
Wo der Gesetzentwurf steht
Eingebracht wurde er im Mai 2025 gemeinsam vom House Financial Services Committee und dem Agriculture Committee. Am 17. Juli 2025 verabschiedete ihn das Repräsentantenhaus mit 294 zu 134 Stimmen und damit einer breiten überparteilichen Mehrheit. Danach ging der Entwurf an den Senat und wurde dem Banking Committee zugewiesen.
Dort hängt er seither. Angekündigte Markup-Termine wurden mehrfach verschoben, während Unterstützer aus Politik und Branche öffentlich Druck machen. Ein verabschiedetes Gesetz ist der Clarity Act damit nicht, sondern ein Entwurf mit guten Chancen und offenem Zeitplan.
Der Clarity Act ist bislang nicht in Kraft. Wer Schlagzeilen liest, in denen von neuen Regeln die Rede ist, sollte prüfen, ob es um einen beschlossenen Gesetzestext oder um einen weiteren Zwischenschritt im Senat geht.
Was das für Anleger in Deutschland bedeutet
Direkt gilt der Clarity Act nur in den USA. Für den europäischen Markt ist die MiCA-Verordnung maßgeblich, die hier bereits gilt. Indirekt ist die US-Entwicklung trotzdem relevant, weil ein großer Teil der Liquidität, der Börsen und der institutionellen Nachfrage aus den USA kommt. Klare Zuständigkeiten dort können Produkte ermöglichen, die es bisher nicht gab, und Projekte entlasten, die sich aus Rechtsunsicherheit vom US-Markt ferngehalten haben.
Umgekehrt gilt: Wer heute eine Kaufentscheidung allein darauf stützt, dass ein Gesetz kommen könnte, wettet auf einen politischen Prozess. Den aktuellen Stand mit allen Etappen findest du in unserer laufend aktualisierten Übersicht zum Clarity Act.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Clarity Act schon Gesetz? Nein. Das Repräsentantenhaus hat zugestimmt, der Senat noch nicht.
Was unterscheidet ihn von MiCA? MiCA ist geltendes EU-Recht und regelt Zulassung und Pflichten von Anbietern. Der Clarity Act ist ein US-Entwurf und regelt vor allem die Zuständigkeit zwischen zwei Behörden.
Betrifft er Bitcoin? Bitcoin gilt in den USA weitgehend unstrittig als Rohstoff. Die Abgrenzungsfrage betrifft vor allem kleinere Token, deren Netzwerke noch von einem Unternehmen geprägt sind.
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Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
Steffi ist promovierte Medizinerin (Dr. med.) und seit 2021 selbst in Bitcoin, XRP und Ethereum investiert. Mit MissCrypto erreicht sie über 110.000 Menschen, gewann 2025 den BTC-ECHO Award als „Best Educator of Crypto" und schrieb das Buch „Der Krypto Kompass". Sie macht komplexe Themen verständlich, ehrlich und ohne Hype.
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