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Was ist Risikoklasse?

Warum Rendite ohne Einordnung des Risikocharakters oft ein verzerrtes Bild erzeugt

InvestierenFortgeschritten3 Min. Lesezeit

Definition

Eine Risikoklasse ist eine Einordnung, die zeigt, wie hoch die erwarteten Schwankungen, Verlustrisiken oder Unsicherheiten einer Anlage sind.

Die Risikoklasse ordnet Finanzprodukte nach ihrem Risiko ein, von sehr sicher (Klasse 1) bis hochspekulativ (Klasse 7). Banken und Broker nutzen Risikoklassen, um Anleger vor unpassenden Investments zu schützen. Kryptowährungen fallen in die höchste Risikoklasse (6 oder 7), was bedeutet: Totalverlust ist möglich, die Kursschwankungen sind extrem, aber auch die potenziellen Renditen.

Die 7 Risikoklassen im Überblick

KlasseRisikoTypische ProdukteMax. VerlustErwartete Rendite p.a.
1Sehr geringSparbuch, Tagesgeld, Festgeld~0 % (Einlagensicherung)0-3 %
2GeringStaatsanleihen (AAA), GeldmarktfondsGering2-4 %
3ModeratUnternehmensanleihen (Investment Grade), MischfondsBis 20 %3-6 %
4ErhöhtAktien (Blue Chips), Aktien-ETFsBis 40 %5-10 %
5HochSmall Caps, Schwellenländer-Aktien, RohstoffeBis 60 %8-15 %
6Sehr hochBitcoin, Ethereum, etablierte KryptoBis 80 %Unbestimmt
7SpekulativAltcoins, Meme-Coins, Derivate, CFDs100 % (Totalverlust)Unbestimmt

Warum Krypto die höchste Risikoklasse hat

Volatilität: Bitcoin schwankte 2022 zwischen 69.000 und 16.000 USD (−77 %). Altcoins verloren 90-99 %. Zum Vergleich: Der DAX fiel 2022 maximal 27 %. Diese Schwankungsbreite ist der Hauptgrund für die Einstufung in Klasse 6-7.

Keine Einlagensicherung: Bankguthaben bis 100.000 EUR sind in der EU gesichert. Krypto auf einer Börse: nicht gesichert. Wenn die Börse gehackt wird oder insolvent geht (FTX, 2022), ist das Geld weg.

Regulatorische Unsicherheit: Gesetze können sich ändern. China hat 2021 Krypto-Handel komplett verboten. In der EU schafft MiCAR Klarheit, aber die Regulierung entwickelt sich noch.

Risikoprofil und Anlageberatung

Wenn du ein Depot bei einer Bank oder einem Broker eröffnest, wird dein Risikoprofil ermittelt (WpHG-Bogen / Geeignetheitsprüfung). Dabei werden Erfahrung, Anlageziele und Risikobereitschaft abgefragt. Wenn dein Profil nur bis Klasse 4 reicht, darf dir die Bank keine Krypto-Produkte empfehlen.

Das heißt nicht, dass du Krypto nicht kaufen darfst. Du kannst dein Profil anpassen oder bei einem Krypto-Broker (Bitvavo, Bitpanda) direkt kaufen, dort gibt es keine Risikoklassen-Beschränkung, nur Risikohinweise.

Tipp

Investiere in Krypto (Risikoklasse 6-7) nur Geld, dessen Totalverlust du verkraften kannst. Eine gängige Faustregel: maximal 5-15 % des Gesamtportfolios in hochriskante Assets. Der Rest sollte in niedrigere Risikoklassen diversifiziert sein (ETFs, Anleihen, Tagesgeld).

Häufige Fragen zur Risikoklasse

Welche Risikoklasse hat ein Bitcoin-ETF?

Bitcoin-Spot-ETFs (in den USA seit Januar 2024) werden typischerweise in Risikoklasse 6 eingestuft. Sie sind etwas weniger riskant als direkter Bitcoin-Besitz, weil sie reguliert und bei einem lizenzierten Verwahrer (Coinbase Custody) gesichert sind. Die Kursvolatilität bleibt aber identisch.

Kann ich meine Risikoklasse nachträglich ändern?

Ja, du kannst dein Risikoprofil bei deiner Bank oder deinem Broker jederzeit aktualisieren. Manche Banken warnen dich nur, wenn du höher als dein Profil kaufst, andere blockieren den Kauf. Bei reinen Krypto-Börsen gibt es diese Beschränkung nicht.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth

Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

Über Steffi

Risikohinweis: Meine Inhalte dienen ausschließlich zur Information und stellen keine Anlageberatung dar.

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