Sollzins: was geliehenes Geld kostet
Wie der Zins für geliehenes Geld funktioniert, wie er sich vom Habenzins unterscheidet und warum man teure Schulden mit hohem Sollzins meist vor einem riskanten Krypto-Investment tilgen sollte
Definition
Sollzins ist der Zinssatz, den ein Kreditnehmer für geliehenes Geld an den Kreditgeber zahlen muss.
Der Sollzins ist der Zinssatz, den du zahlst, wenn du dir Geld leihst, etwa für einen Kredit oder beim Überziehen des Kontos (Dispozins). Er ist das Gegenstück zum Habenzins, den du für angelegtes Geld bekommst. Im Krypto-Bereich begegnet dir das Prinzip beim Leihen von Coins, etwa über DeFi-Kredite oder krypto-besicherte Darlehen.
Soll- und Habenzins
Banken verdienen an der Differenz zwischen beiden: Sie zahlen dir wenig Habenzins auf Einlagen und verlangen mehr Sollzins für Kredite. Der Sollzins ist in der Regel deutlich höher, besonders beim Dispozins, der oft zweistellig ist. Wer Schulden hat, sollte den Sollzins genau kennen, denn er bestimmt, wie teuer das geliehene Geld wirklich ist.
Sollzinsen im Krypto-Kontext
Im DeFi-Lending oder bei krypto-besicherten Krediten (Lombardkrediten) zahlst du ebenfalls einen Sollzins, wenn du dir Geld oder Coins leihst. Diese Zinsen können je nach Marktlage stark schwanken. Wichtig: Wer sich gegen volatile Krypto-Sicherheiten Geld leiht, trägt nicht nur den Sollzins, sondern auch das Liquidationsrisiko, eine gefährliche Kombination.
Vergiss bei aller Krypto-Euphorie nicht die Grundregeln solider Finanzen: Hohe Sollzinsen, etwa ein teurer Dispo, fressen oft mehr Rendite, als ein Investment einbringt. Bevor du in riskante Anlagen wie Krypto investierst, lohnt es sich fast immer, zuerst teure Schulden mit hohem Sollzins zu tilgen, das ist eine garantierte „Rendite“ in Höhe des gesparten Zinses. Keine Anlageberatung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Sollzins?
Der Sollzins ist der Zinssatz, den du zahlst, wenn du dir Geld leihst, etwa für einen Kredit oder beim Überziehen des Kontos (Dispozins). Er ist das Gegenstück zum Habenzins, den du für angelegtes Geld bekommst. Auch beim Leihen von Coins im Krypto-Bereich zahlst du einen Sollzins.
Was ist der Unterschied zwischen Soll- und Habenzins?
Den Sollzins zahlst du für geliehenes Geld, den Habenzins bekommst du für angelegtes Geld. Banken verdienen an der Differenz: wenig Habenzins auf Einlagen, mehr Sollzins für Kredite. Der Sollzins ist meist deutlich höher, besonders der Dispozins, der oft zweistellig ausfällt.
Sollte ich Schulden tilgen, bevor ich in Krypto investiere?
In den meisten Fällen ja. Hohe Sollzinsen, etwa ein teurer Dispo, fressen oft mehr Rendite, als ein riskantes Investment einbringt. Teure Schulden zu tilgen, ist eine garantierte „Rendite“ in Höhe des gesparten Zinses, während ein Krypto-Investment hochriskant und ungewiss ist. Das ist keine Anlageberatung.
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Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
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