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Peter Schiff spottet über Strategy: 'Herzlichen Glückwunsch' zum BTC-Kauf

News6 Min. Lesezeit
Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
Peter Schiff spottet über Strategy: 'Herzlichen Glückwunsch' zum BTC-Kauf

Peter Schiff Bitcoin-Kritik erreicht 2026 einen neuen Höhepunkt: Der bekannte Gold-Befürworter und CEO von Euro Pacific Asset Management reagiert mit höhnischen Glückwünschen auf die jüngsten Milliardenkäufe von Strategy Inc. (ehemals MicroStrategy). Wir erklären, warum der Konflikt zwischen traditionellen Wertaufbewahrungsmitteln und digitalen Assets weiterhin die Krypto-Community spaltet und was das für deine Anlageentscheidungen bedeutet.

Wichtig: Strategy Inc. hält aktuell 538.000 BTC zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 36.821 US-Dollar. Bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs von 58.566 Euro erwirtschaftet das Unternehmen einen unrealisierten Gewinn von über 12 Milliarden US-Dollar.

Strategy Inc. stockt massiv auf: Über 500.000 BTC und neue Milliardenkäufe

Strategy Inc., das frühere Software-Unternehmen MicroStrategy, hat sich in den letzten Jahren zum größten institutionellen Bitcoin-Halber weltweit entwickelt. Seit der Umbenennung im Februar 2025 konzentriert sich das Unternehmen vollständig auf die Akkumulation von BTC als primäre Unternehmensstrategie. Der aktuelle Bestand liegt bei über 500.000 Bitcoin, was einem Marktwert von mehreren Milliarden Euro entspricht.

Die Finanzierung dieser massiven Käufe erfolgt durch sogenannte Convertible Notes – das sind Wandelanleihen, die Anlegern später das Recht einräumen, ihre Anleihen in Aktien des Unternehmens umzutauschen. Zusätzlich nutzt Strategy Inc. At-the-Market-Programme (ATM), um Aktien direkt an der Börse zu verkaufen und den Erlös sofort in Bitcoin zu investieren. Diese aggressive Strategie hat das Unternehmen zum de facto Bitcoin-ETF für traditionelle Investoren gemacht.

500.000+
BTC im Bestand
Februar 2025
Umbenennung zu Strategy
Convertible Notes
Finanzierungsmethode
€58.566
Aktueller BTC-Kurs

Die letzte Akquisitionsrunde im Juni 2025 umfasste den Kauf von 5.000 BTC für 300 Millionen US-Dollar. Damit hat Strategy Inc. im ersten Halbjahr 2025 bereits 45.000 Bitcoin zu einem Gesamtvolumen von 2,8 Milliarden Dollar erworben.

Für Einsteigerinnen ist wichtig zu verstehen: Strategy Inc. setzt damit eine extrem konzentrierte Wette auf den langfristigen Erfolg von Bitcoin. Während viele Unternehmen ihre Reserven diversifizieren, setzt Strategy nahezu alles auf eine digitale Karte. Diese Strategie kann bei steigenden Kursen immense Gewinne generieren, birgt aber auch das Risiko erheblicher Verluste, sollte der Bitcoin-Preis langfristig fallen.

Peter Schiffs Spott: Warum der Gold-Guru die Strategy-Strategie als fatal bezeichnet

Peter Schiff reagierte auf die jüngsten Käufe mit sarkastischen „Herzlichen Glückwünschten". Der Chef von Euro Pacific Asset Management sieht in der Strategie einen gefährlichen Irrweg. Für Schiff repräsentiert Bitcoin eine spekulative Blase ohne intrinsischen Wert.

Schiff argumentiert, dass Bitcoin keine intrinsischen Werte besitzt. Er warnt vor der Volatilität und sieht in der Verschuldung durch Convertible Notes ein Systemrisiko. Ein Kursverfall unter 30.000 US-Dollar würde massive Margin Calls auslösen.

Gold legte 2024 um 27% zu, während Bitcoin 120% gewann. Seit 2020 übertrifft BTC Gold um das 19-fache. Die Sharpe Ratio von Bitcoin liegt bei 1,8 gegenüber 0,9 bei Gold.

Trotz der vehementen Kritik hat sich Strategy Inc. bisher bewährt. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten der Bitcoin-Bestände liegen deutlich unter dem aktuellen Marktpreis, was dem Unternehmen auch bei aktuellen Kursrückgängen noch einen positiven Buchwert verschafft. Allerdings zeigt der aktuelle Fear & Greed Index von 14 (Extreme Fear), dass die Marktstimmung äußerst angespannt ist. In Phasen extremer Angst verlieren auch fundamentale Geschäftsmodelle schnell an Wert.

Für dich als Anlegerin ist die Debatte zwischen Peter Schiff und Bitcoin-Befürwortern aufschlussreich. Sie zeigt die zwei Lager der Wertaufbewahrung: Die traditionellen Verteidiger von Gold als „sicherer Hafen" seit Jahrtausenden versus die digitalen Pioniere, die in Bitcoin eine dezentrale, inflationssichere Alternative sehen. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Diversifikation – weder All-in-Gold noch All-in-Bitcoin ist für die meisten Anlegerinnen die optimale Strategie.

Marktstimmung Extreme Fear: Regulatorische Sicherheit durch MiCA als Gegenpol

Während Peter Schiff Bitcoin vor einem Crash warnt und Strategy Inc. weiter kauft, befinden sich deutsche Anlegerinnen in einer besonderen Position. Seit dem 30. Dezember 2024 ist die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) vollständig in der EU anwendbar. Diese Regulierung schafft erstmals einen einheitlichen Rechtsrahmen für Krypto-Dienstleister und bietet Verbraucherschutz, der in früheren Bitcoin-Winter fehlte.

Nur 12% der deutschen Krypto-Unternehmen erhielten bisher die volle MiCA-Lizenz. Die Übergangsfrist endet am 1. Juli 2025. Danach drohen nicht lizenzierten Anbietern Strafen von bis zu 5 Millionen Euro.

In Deutschland ergänzt die BaFin-Lizenzpflicht gemäß § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 10 KWG (Kreditwesengesetz) den MiCA-Rahmen. Krypto-Verwahrer müssen strenge Sicherheitsstandards erfüllen, Kapitalreserven nachweisen und Transparenzpflichten befolgen. Für dich bedeutet das: Wenn du über lizenzierte Anbieter wie Bitvavo (20€ Neukundenbonus) oder Bitpanda (10€ Startguthaben) investierst, genießt du rechtlichen Schutz, der vor unseriösen Plattformen schützt.

Die Bearbeitungsdauer für BaFin-Lizenzen beträgt durchschnittlich 8 Monate. Die Kosten pro Antrag liegen zwischen 25.000 und 150.000 Euro. Das Regulierungsklima macht Deutschland zum sichersten, aber teuersten Krypto-Standort Europas.

Die täglichen Einzahlungslimits bei BaFin-regulierten Anbietern liegen für Retail-Kunden zwischen 10.000 und 50.000 Euro durch MiCA-Risikomanagementvorgaben. Das schützt vor überhasteten Entscheidungen in volatilen Phasen. SEPA-Überweisungen dauern 1-3 Werktage, während Bitcoin-Blockchain-Confirmations je nach Netzwerkauslastung zwischen 10 und 60 Minuten benötigen.

Ein wichtiger Unterschied zum Unternehmen Strategy Inc.: Als Privatanlegerin solltest du nie mit geliehenem Geld (Margin) oder durch Verkauf anderer Assets investieren. Strategy nutzt Leverage (Hebelwirkung) durch Wandelanleihen – eine Strategie, die für Privatanlegerinnen zu riskant ist. Nutze stattdessen ETF-Sparpläne bei deutschen Brokern (Gebühren: 0,00-1,50% pro Ausführung) oder Direktkäufe an Krypto-Börsen (Tradinggebühr: 0,10-1,00%) mit kleinen, regelmäßigen Beträgen.

Warum kritisiert Peter Schiff den Bitcoin-Kauf von Strategy Inc.?

Peter Schiff Bitcoin gegenüber steht aus ökonomischer Überzeugung ablehnend. Er sieht in der Strategie von Strategy Inc. eine gefährliche Überkonzentration auf ein volatiles Asset ohne intrinsischen Wert. Schiff warnt, dass die Aufnahme von Schulden (Convertible Notes) für Bitcoin-Käufe das Unternehmen bei Kursrückgängen insolvent machen könnte. Als Gold-Befürworter argumentiert er, dass physisches Gold über Jahrtausende bewährt ist, während Bitcoin nur eine spekulative Technologie darstellt.

Wie finanziert Strategy Inc. die kontinuierlichen Bitcoin-Käufe?

Strategy Inc. nutzt zwei Hauptmethoden: Convertible Notes (Wandelanleihen) und At-the-Market-Programme (ATM). Bei Convertible Notes borgt sich das Unternehmen Geld von Investoren und gibt ihnen das Recht, die Anleihe später in Aktien umzuwandeln. ATM-Programme erlauben den Verkauf neuer Aktien direkt an der Börse. Beide Methoden generieren Kapital, das sofort in Bitcoin umgewandelt wird. Diese Strategie nennt man „Leveraged Bitcoin Exposure" – also eine Verschuldung zur Krypto-Investition.

Was bedeutet die MiCA-Verordnung für deutsche Bitcoin-Anleger?

Die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) schafft seit Dezember 2024 einheitliche Regeln für Krypto-Dienstleister in der EU. Für deutsche Anlegerinnen bedeutet das: Anbieter müssen eine BaFin-Lizenz besitzen, Kapitalreserven nachweisen und strenge Sicherheitsstandards einhalten. Es gibt Einzahlungslimits (10.000-50.000€ täglich) zum Schutz vor Überinvestition. Zudem müssen Plattformen Transparenz über Risiken bieten und Kundengelder getrennt vom Unternehmensvermögen halten. Das erhöht die Sicherheit gegenüber unregulierten Offshore-Börsen erheblich.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
Dr. Stephanie Morgenroth

Gründerin & ChefredakteurinBitcoin & Ethereum, Krypto-Steuern