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News26. Februar 2026
Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
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Strategy zahlt 11%: Das ändert die Mathematik des MSTR-Shorts

Strategy zahlt 11%: Das ändert die Mathematik des MSTR-Shorts

Strategy, das Unternehmen von Bitcoin-Evangelist Michael Saylor, hat mit bevorrechtigten Wertpapieren eine Rendite von 11 Prozent ausgelobt. Institutionelle Investoren wie Prevalon Energy und Anchorage Digital greifen zu – und verändern damit die ökonomischen Grundlagen der massiven Short-Wetten gegen den MSTR-Titel.

11%
Rendite p.a. (Preferreds)
$5 Mrd.
Short-Volumen MSTR
11
Fear & Greed Index

Was genau passiert ist

"Die Nachfrage nach Strategies Preferreds übertrifft unsere Erwartungen. Institutionelle Investoren erkennen den Wert einer direkten Bitcoin-Exposure kombiniert mit attraktiven Fixed-Income-Charakteristika."

Strategy – bis vor kurzem noch unter dem Namen MicroStrategy bekannt – hat erfolgreich bevorrechtigte Wertpapiere (Preferred Securities) platziert. Diese Finanzinstrumente bieten Anlegern eine feste jährliche Rendite von 11 Prozent. Das Unternehmen nutzt den frischen Kapitalzufluss, um seine Bitcoin-Reserven weiter auszubauen und gleichzeitig die Bilanz zu stärken.

Die Emission der Preferreds erfolgt in mehreren Tranchen und soll insgesamt ein Volumen von bis zu 2 Milliarden Dollar erreichen. Die Wertpapiere sind perpetual ausgestaltet, bieten aber dem Emittenten eine vorzeitige Rückzahlungsoption nach fünf Jahren. Diese Struktur ermöglicht Strategy eine optimale Kapitalallokation, während Anleger von der attraktiven 11-Prozent-Rendite über einen langen Zeitraum profitieren können.

Auf der Konferenz Strategy World 2026 gaben zwei institutionelle Schwergewichte ihre Investments bekannt. Prevalon Energy und Anchorage Digital bestätigten öffentlich, dass sie Teile ihrer Treasury-Reserven in diese Preferred Securities umgeschichtet haben. Beide Unternehmen suchen damit nach alternativen Renditequellen abseits traditioneller Staatsanleihen mit ihren mageren Zinsen. Quelle: CryptoSlate

Im Vergleich zu anderen Krypto-Renditeoptionen schneiden die Preferreds überdurchschnittlich ab. Während Ethereum-Staking derzeit lediglich 3,2 Prozent jährlich generiert und DeFi-Protokolle trotz Smart-Contract-Risiken maximal 7 Prozent bieten, liegen die 11 Prozent von Strategy deutlich über dem Marktdurchschnitt. Zudem entfallen die technischen Risiken eines Wallet-Verlusts oder Bridge-Hacks.

Die bevorrechtigten Wertpapiere unterscheiden sich fundamental von den gewöhnlichen Stammaktien. Während MSTR-Aktien direkt vom Bitcoin-Kurs abhängen und keine Dividende zahlen, bieten die Preferreds eine vordefinierte, jährliche Ausschüttung. Diese Struktur ähnelt einer Unternehmensanleihe, verzichtet jedoch auf ein festes Rückzahlungsdatum und bietet damit dem Emittenten mehr Flexibilität bei der Kapitalbindung.

Warum das wichtig ist

Die Kapitalstruktur von Strategy fungiert seit Jahren als Hebel auf den Bitcoin-Preis. Das Unternehmen hält über 500.000 BTC und gilt als größter börsennotierter Bitcoin-Treasury-Player weltweit. Entsprechend eng verfolgen Shortseller die Aktie – aktuell liegen Short-Positionen im Wert von rund 5 Milliarden Dollar gegen MSTR vor. Das Timing der Emission ist strategisch geschickt gewählt. Mit einem Bitcoin-Kurs von aktuell rund 57.968 Euro und einem Fear & Greed Index von nur 11 Punkten herrscht extreme Marktängstlichkeit.

Das Problem für die Shortseller: Sie müssen Aktien leihen, um ihre Positionen aufrechtzuerhalten. Diese Leihgebühren (Borrowing Costs) sind bei MSTR traditionell hoch, da die Aktie als "hard to borrow" gilt. Gleichzeitig bietet Strategy nun mit den Preferreds eine attraktive Alternative für Long-Investoren, die von der Bitcoin-Performance profitieren wollen, aber weniger Volatilität suchen als bei einer direkten Aktienanlage.

Wichtig: Die Kombination aus hohen Leihkosten für Shortseller und einer attraktiven 11-Prozent-Alternative für Long-Investoren erhöht das Risiko eines Short Squeeze erheblich, da die verfügbare Aktienliquidität schwindet.

Einordnung

Michael Saylor spielt hier ein ausgeklügeltes Finanzierungs-Spiel. Mit den Preferred Securities schafft er ein Instrument, das institutionelle Investoren anspricht, die auf der Suche nach Rendite sind – vergleichbar mit Staking-Renditen in der Krypto-Welt, aber innerhalb einer traditionellen Wertpapierstruktur. Für Shortseller verschlechtert sich die Mathematik kontinuierlich.

Die Short-Quote bei MSTR hat sich in den letzten zwölf Monaten dramatisch erhöht. Lag der Anteil der leerverkauften Aktien im Januar 2024 noch bei 15 Prozent des Free Floats, sind es aktuell bereits 27 Prozent. Diese Entwicklung verdichtet das Feld für eine explosive Kursbewegung, sollte sich das Sentiment in Richtung Bitcoin-Optimismus verschieben.

Sie zahlen nicht nur die hohen Leihgebühren für MSTR-Aktien, sondern sehen zunehmend institutionelles Kapital in die Preferreds abfließen. Dieses Kapital bleibt dem Bitcoin-Ökosystem erhalten, verlässt aber die volatile Aktienstruktur, die Shortseller für ihre Strategie benötigen. Die mathematische Verzerrung zugunsten von Long-Investoren ist bemerkenswert.

Die 11% Rendite ist im aktuellen Zinsumfeld äußerst attraktiv. Sie zieht Kapital an, das sonst möglicherweise in staatliche Anleihen oder Geldmarktfonds geflossen wäre. Gleichzeitig bleibt das Bitcoin-Exposure des Unternehmens intakt, was bei einem Kursanstieg der Kryptowährung sowohl die Aktie als auch die Bonität der Preferreds stärkt.

Was du jetzt wissen solltest

Die Entwicklung um Strategy hat mehrere Konsequenzen für verschiedene Anlegergruppen, die du im Blick behalten solltest:

  • Preferreds vs. Aktien: Die neuen Wertpapiere bieten fixe 11% Rendite, aber kein direktes Stimmrecht. Sie sind konservativer als MSTR-Aktien, bieten aber keinen Hebel bei steigenden Bitcoin-Preisen. Die Preferreds eignen sich eher für Einkommensanleger.
  • Short-Squeeze-Risiko: Das hohe Short-Volumen von $5 Milliarden birgt Explosionspotenzial. Wenn institutionelle Investoren verstärkt in die Preferreds rotieren und die Aktienknappheit zunimmt, könnte ein kurzer, heftiger Kursanstieg der MSTR-Aktie folgen. Shortseller würden dann unter Zwang ihre Positionen schließen.
  • Bitcoin-Proxy-Logik: Strategy bleibt ein indirekter Weg, Bitcoin-Exposure zu erhalten. Allerdings mit Unternehmensrisiko. Die Preferreds reduzieren dieses Risiko durch die bevorrechtigte Rückzahlung, nicht jedoch das Konkursrisiko des Emittenten selbst. Eine direkte BTC-Haltung im eigenen Wallet bleibt die sicherste Option.
  • Marktmechanik: Die 11% Rendite schlägt nahezu alle klassischen Fixed-Income-Alternativen um ein Vielfaches. Dies zieht institutionelles Kapital an, das die Bilanz von Strategy weiter stärkt und indirekt auch die Kreditwürdigkeit des Unternehmens verbessert.
  • Keine Garantie: Trotz der festen Renditezusage sind Preferred Securities keine risikofreien Anlagen. Bei einer Insolvenz von Strategy stehen die Anleger zwar vor Aktienanlegern, aber hinter klassischen Kreditgebern und deren Sicherheiten.

Häufige Fragen

Was genau sind Preferred Securities?

Preferred Securities sind hybride Finanzinstrumente, die Eigenschaften von Aktien und Anleihen verbinden. Sie bieten wie Anleihen meist eine feste Dividende oder Rendite – hier 11 Prozent jährlich – und haben bei Ausschüttungen und im Konkursfall Vorrang vor gewöhnlichen Aktien. Im Gegensatz zu Anleihen haben sie jedoch kein festes Fälligkeitsdatum und keine Rückzahlungsgarantie durch das Unternehmen.

Warum investieren Unternehmen wie Prevalon Energy in Strategy?

Unternehmen mit großen Treasury-Reserven suchen aktuell nach Alternativen zu niedrig verzinslichen Geldmarktanlagen. Die 11-Prozent-Rendite von Strategy ist deutlich attraktiver als Staatsanleihen oder Tagesgeld. Zudem bietet das Investment eine indirekte Partizipation am Bitcoin-Preis, ohne die technischen Hürden der Direktinvestition in Kryptowährungen oder die Extreme der MSTR-Aktienkurse.

Was bedeutet ein Short Squeeze bei MSTR?

Ein Short Squeeze entsteht, wenn stark shortennde Anleger gezwungen sind, ihre Positionen zu schließen, weil die Aktie steigt oder Leihkosten explodieren. Da bei MSTR derzeit Short-Positionen im Wert von 5 Milliarden Dollar offen sind, würde ein plötzliches Schließen dieser Wetten massive Käufe auslösen. Dies treibt den Kurs zusätzlich nach oben und zwingt weitere Shortseller zum Ausstieg – ein sich selbst verstärkender Effekt.

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