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Bitcoin knackt 20-Millionen-Marke: Nur noch 1 Million BTC verfügbar

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Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
Bitcoin knackt 20-Millionen-Marke: Nur noch 1 Million BTC verfügbar

Das Bitcoin-Netzwerk hat einen historischen Wendepunkt erreicht: Die geschürfte Bitcoin-Menge übersteigt nun die 20-Millionen-Marke. Damit sind 95 Prozent des maximal möglichen Angebots bereits im Umlauf, während die restlichen 1 Million BTC über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrhundert verteilt werden.

20 Mio.
BTC bereits gemined
114 Jahre
bis zum letzten Coin
2140
Jahr der finalen Ausgabe

Was genau passiert ist

Am 11. April 2025 wurde der Block 1.050.000 abgeschlossen. Mit diesem Block wurde die 20-millionste Bitcoin-Einheit in Umlauf gebracht. Das Protokoll von Bitcoin sieht eine feste Obergrenze von 21 Millionen Coins vor – ein fundamentaler Unterschied zu staatlichen Währungen, die theoretisch unbegrenzt gedruckt werden können.

Die Ausschüttung neuer Bitcoin erfolgt über den Mining-Prozess. Miner bestätigen Transaktionen durch energieintensive Rechenleistung (Proof-of-Work) und sichern damit das Netzwerk. Als Belohnung für diese Arbeit erhalten sie derzeit 3,125 BTC pro Block, seit das letzte Halving im April 2024 die Belohnung halbierte.

Die Mathematik hinter der Geldschöpfung ist unerbittlich und vorhersehbar. Alle 210.000 Blöcke – das entspricht etwa vier Jahren – halbiert sich die Block-Belohnung. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass die Inflationsrate von Bitcoin kontinuierlich sinkt, bis irgendwann keine neuen Bitcoin mehr entstehen. Die letzten Satoshis werden voraussichtlich im Jahr 2140 ausgegeben.

Bemerkenswert ist, dass die tatsächlich verfügbare Menge deutlich unter 21 Millionen liegen dürfte. Schätzungen zufolge sind zwischen drei und vier Millionen Bitcoin dauerhaft verloren, weil Private Keys vergessen oder Hardware-Wallets zerstört wurden. Diese Coins sind zwar theoretisch vorhanden, praktisch aber nicht mehr zugänglich.

Warum das wichtig ist

Der Erreichen der 20-Millionen-Marke unterstreicht die Knappheit von Bitcoin als Vermögenswert. Während traditionelle Zentralbanken ihre Geldpolitik nach politischen Notwendigkeiten ausrichten können, folgt Bitcoin einem vorher festgelegten, transparenten Zeitplan. Diese algorithmische Unveränderbarkeit bildet die Grundlage für das Narrativ von Bitcoin als digitales Gold und harte Währung.

Für Anleger bedeutet dies eine garantierte Verknappung im Gegensatz zu inflationsgetriebenen Fiat-Währungen. Das Stock-to-Flow-Verhältnis, das die bestehende Menge an neu produzierten Einheiten gegenüberstellt, steigt mit jedem Halving sprunghaft an. Historisch korrelierte ein hohes Stock-to-Flow-Verhältnis mit Wertsteigerungen bei Rohstoffen wie Gold – bei Bitcoin ist dieser Effekt durch die mathematische Unveränderbarkeit sogar noch stärker.

Wichtig: Knappheit garantiert keinen Preisanstieg. Bitcoin bleibt ein hochvolatiles Asset, das kurzfristig 30 Prozent Verluste oder Gewinne innerhalb von Tagen erleben kann. Die Verknappung ist langfristig wirksam, schützt aber nicht vor kurzfristigen Marktschwankungen und dem aktuellen Fear & Greed Index von 8 (Extreme Fear).

Die verbleibenden 1 Million BTC werden nicht linear verteilt. Durch das Halving-Mechanismus entsteht ein asymptotisches Ende, das über 28 weitere Halving-Zyklen gestreckt wird. Das bedeutet, dass selbst in 50 Jahren noch neue Bitcoin entstehen, allerdings in verschwindend kleinen Mengen, die den Markt kaum noch beeinflussen.

Einordnung

Dieser Meilenstein ist weniger ein technisches Event als ein psychologischer Wendepunkt für das Netzwerk. Die Tatsache, dass 95 Prozent des Angebots bereits existieren, verändert das Verhalten der Marktteilnehmer nachhaltig. Miner müssen sich zunehmend auf Transaktionsgebühren statt auf Block-Rewards konzentrieren, während Halter die Verknappung als Argument für langfristige Wertaufbewahrung nutzen.

"Die 20-Millionen-Marke ist ein Beweis für die Verlässlichkeit des Bitcoin-Protokolls. Seit 16 Jahren funktioniert das System ohne zentrale Kontrolle genau wie programmiert."

— Analyse von The Block

Die verbleibenden 1 Million BTC werden in den nächsten Jahrzehnten in abnehmenden Mengen freigesetzt. In den kommenden vier Jahren entstehen noch etwa 656.250 BTC, im darauffolgenden Zyklus nur noch 328.125. Diese exponentielle Verknappung der Neuproduktion unterscheidet Bitcoin fundamental von Ethereum oder anderen Kryptowährungen ohne feste Obergrenze.

Für das Miner-Ökosystem bedeutet dies eine strategische Neuausrichtung. Da die Einnahmen aus Block-Rewards schrumpfen, wird die Netzwerkgebührstruktur zunehmend zur primären Einnahmequelle. Langfristig könnte dies zu höheren Transaktionskosten führen, was die Nutzung des Basis-Layers für kleine Zahlungen erschwert und die Bedeutung des Lightning Networks verstärkt.

Institutionelle Anleger betrachten diese Verknappung zunehmend als Absicherung gegen monetäre Inflation. Während Gold seit Jahrtausenden als wertbeständig gilt, bietet Bitcoin eine mathematisch nachweisbare Knappheit. Die Transparenz des Codes erlaubt es jedem, die verbleibende Menge zu überprüfen – ein Vertrauensvorteil gegenüber Edelmetallen, deren tatsächliche Reserven oft unklar sind.

Was du jetzt wissen solltest

Die Verknappung von Bitcoin hat konkrete Konsequenzen für deine Anlagestrategie und deinen Umgang mit Kryptowährungen. Hier sind die wichtigsten Punkte, die du beachten solltest:

  • Frühzeitiger Einstieg lohnt sich: Je später du einsteigst, desto höher ist der Anteil bereits existierender Coins. Das bedeutet nicht automatisch steigende Preise, aber eine veränderte Marktdynamik, bei der neue Bitcoin zunehmend seltener werden.
  • Verwahre deine Bitcoin sicher: Mit zunehmender Verknappung steigt die Bedeutung der eigenen Wallet-Sicherheit. Hardware-Wallets wie Ledger oder BitBox02 bieten Schutz vor Hacks und Zensur. Denke daran: Verlorene Private Keys bedeuten permanenten Verlust der Assets.
  • Verstehe die Gebührenökonomie: In Zukunft werden Miner verstärkt auf Transaktionsgebühren angewiesen sein. Bei hoher Netzwerk-Auslastung können diese teuer werden. Plane große Transaktionen zeitlich geschickt am Wochenende oder nutze das Lightning Network für kleine Beträge unter 100 Euro.
  • Halte langfristig: Die Knappheit wirkt sich über Jahrzehnte aus. Kurzfristige Trading-Strategien verfehlen den Effekt der algorithmischen Verknappung. Ein Buy-and-Hold-Ansatz über mindestens vier Jahre hat historisch die beste Performance gezeigt und passt zum Halving-Zyklus.
  • Bleibe informiert über Halving-Zyklen: Das nächste Halving findet voraussichtlich 2028 statt. Diese Events beeinflussen die Miner-Landschaft und oft auch die Marktstimmung. Bereite dich darauf vor, dass die Block-Rewards dann auf 1,5625 BTC sinken und die Produktion neuer Coins weiter abnimmt.

Merke: Relevanz entsteht erst dann, wenn sich das Signal im Marktverhalten und in der Positionierung bestätigt.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn alle 21 Millionen Bitcoin gemined sind?

Ab 2140 erhalten Miner keine Block-Rewards mehr in Form neuer Bitcoin. Sie werden ausschließlich durch Transaktionsgebühren vergütet. Das Netzwerk bleibt weiterhin sicher und funktionsfähig, da die Gebühren den Anreiz zum Fortführen der Blockchain aufrechterhalten. Bestehende Bitcoin bleiben transferierbar und können weiterhin gesendet und empfangen werden.

Wie viele Bitcoin werden noch in den nächsten 10 Jahren entstehen?

Bis 2035 werden etwa 1,6 Millionen zusätzliche Bitcoin gemined. In den nächsten vier Jahren (bis 2029) entstehen rund 656.000 BTC, im darauffolgenden Halving-Zyklus bis 2033 etwa 328.000 BTC und danach bis 2035 nur noch 164.000 BTC. Die Geschwindigkeit halbiert sich alle vier Jahre, weshalb die meisten neuen Coins bereits in diesem Jahrzehnt entstehen.

Kann ich noch Bitcoin minen als Privatperson?

Privates Mining ist theoretisch möglich, praktisch aber kaum rentabel. Die Konkurrenz durch professionelle Mining-Farmen mit spezialisierter Hardware (ASICs) und günstigem Strom ist enorm. Einsteiger sollten eher über den Kauf an einer Börse wie Bitvavo oder Bitpanda an Bitcoin gelangen oder über Staking-Alternativen bei anderen Kryptowährungen passive Erträge erzielen.

Quelle: The Block Weitere Infos: Blockchain, MissCrypto — Krypto für Frauen, Bitvavo Erfahrungen