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Was ist Dencun-Upgrade?

Warum Dencun für Ethereum vor allem bei Skalierung und Layer-2-Infrastruktur wichtig ist

TechnologieFortgeschritten4 Min. Lesezeit

Definition

Das Dencun-Upgrade (März 2024) führte Blobs (EIP-4844) auf Ethereum ein und senkte die Transaktionskosten auf Layer-2-Rollups um 95-99 %. Es ist die Vorstufe zu Full Danksharding und machte L2-Anwendungen erstmals für Massenadoption bezahlbar.

Am 13. März 2024 ging das Dencun-Upgrade auf Ethereum live und senkte die Transaktionskosten auf Layer-2-Netzwerken um 95-99 %. Das klingt nach Marketing, ist aber messbar: Eine Transaktion auf Arbitrum kostete vorher ca. 0,50-2,00 USD und danach unter 0,01 USD. Dencun ist damit das wirkungsvollste Ethereum-Upgrade seit dem Merge (September 2022) und hat die gesamte L2-Landschaft grundlegend verändert.

Dencun: Vorher vs. Nachher

KennzahlVor DencunNach Dencun
L2-Transaktionskosten (Durchschnitt)~0,50-2,00 USD~0,001-0,01 USD
KostensenkungBaseline95-99 %
KerninnovationCalldata (teuer, permanent)Blobs (günstig, temporär)
Blobs pro BlockNicht vorhandenMax. 6 Blobs (je ~128 KB)
L2-Transaktionen pro Tag~2-5 Mio.~15-30 Mio.
L2-TVL (gesamt)~20 Mrd. USD~40+ Mrd. USD
Aktiviert am13. März 2024 (Slot 8.626.176)

EIP-4844: Blobs statt Calldata

Der technische Kern von Dencun ist EIP-4844, auch "Proto-Danksharding" genannt. Vorher mussten Rollups ihre Transaktionsdaten als "Calldata" auf Ethereum speichern. Calldata wird permanent gespeichert und ist teuer, weil jeder Node diese Daten für immer vorhalten muss. EIP-4844 führt ein neues Datenformat ein: "Blobs" (Binary Large Objects). Blobs werden nur ca. 18 Tage gespeichert und danach automatisch gelöscht. Da Rollups die Daten nur temporär zur Verifizierung brauchen, reicht das völlig aus. Das Ergebnis: Dieselbe Sicherheit bei einem Bruchteil der Kosten.

Pro Block können maximal 6 Blobs à ~128 KB angehängt werden. Jeder Blob hat einen eigenen Gas-Markt (Blob-Gas), der unabhängig vom normalen Gas funktioniert. Wenn die Nachfrage nach Blob-Space steigt, steigen auch die Blob-Fees, aber sie bleiben deutlich unter den alten Calldata-Kosten.

Warum der Name "Dencun"?

Ethereum benennt seine Upgrades nach der Ausführungsschicht (Execution Layer) und der Konsensschicht (Consensus Layer). "Deneb" ist der Name für das Consensus-Layer-Upgrade (benannt nach einem Stern), "Cancun" für das Execution-Layer-Upgrade (benannt nach einer Devcon-Stadt). Zusammen ergibt das "Dencun". Vorherige Upgrades folgten demselben Muster: Shanghai + Capella = "Shapella" (April 2023), das Staking-Withdrawals ermöglichte. Die wichtigsten Ethereum-Upgrades in der Übersicht: The Merge (September 2022, Wechsel von Proof of Work auf Proof of Stake), Shapella (April 2023, Staking-Abhebungen), Dencun (März 2024, Blobs), Pectra (geplant 2025, Account Abstraction).

Auswirkungen auf das L2-Ökosystem

Die Zahlen sprechen für sich: Nach Dencun explodierten die Nutzerzahlen auf L2s. Arbitrum, Base und Optimism verzeichneten Rekorde bei täglichen Transaktionen. Base (Coinbase's L2) wuchs besonders schnell, weil Sub-Cent-Transaktionen neue Anwendungsfälle ermöglichten: Social-Media-Apps, Gaming, Mikrozahlungen. Für das gesamte DeFi-Ökosystem bedeutet das: Viele Anwendungen, die auf Ethereum L1 zu teuer waren, werden auf L2 erst durch Dencun wirtschaftlich sinnvoll.

Gleichzeitig sank Ethereums eigener Revenue aus Gas Fees deutlich, weil L2s weniger für Data Availability zahlen. Das führte zu einer Debatte: Verdient Ethereum langfristig genug, wenn L2s fast kostenlos Daten posten können? Die Antwort hängt davon ab, ob das Volumen (mehr Transaktionen, mehr Blobs) die niedrigeren Preise pro Transaktion kompensiert. Konkret: Ethereums tägliche Fee-Einnahmen fielen nach Dencun von durchschnittlich 8-10 Mio. USD auf teilweise unter 2 Mio. USD. Für Proof-of-Stake-Validatoren sinkt damit die Rendite, was langfristig die Netzwerksicherheit beeinflussen könnte.

Dencun vs. Full Danksharding

Dencun ist "Proto-Danksharding", also eine Vorstufe. Full Danksharding soll die Blob-Kapazität massiv erhöhen (von 6 auf potenziell 64+ Blobs pro Block) und Sharding auf Datenebene einführen. Das Ziel: Ethereum soll als Data-Availability-Layer für Hunderte von Rollups dienen, die jeweils Tausende TPS verarbeiten. Der Zeitplan für Full Danksharding ist offen, Ethereum-Entwickler rechnen mit mehreren Jahren. Zwischenschritte wie PeerDAS (Peer Data Availability Sampling) sollen die Blob-Kapazität schrittweise erhöhen, ohne auf das vollständige Sharding warten zu müssen.

Worauf du achten solltest

Dencun hat bewiesen, dass Ethereums Rollup-zentrierte Roadmap funktioniert. Wer in Ethereum oder L2-Token investiert, sollte verstehen: Die Wertschöpfung verlagert sich zunehmend auf Layer 2. Ethereum L1 wird zur Settlement- und Data-Availability-Schicht, während die Nutzeraktivität auf Rollups stattfindet. Das nächste große Upgrade nach Dencun ist "Pectra" (geplant 2025), das u. a. Account Abstraction (EIP-7702) und höhere Blob-Limits bringt. Für Investoren bedeutet das: Ethereum ist kein fertiges Produkt, sondern ein laufend aktualisiertes Protokoll, dessen Wertversprechen sich mit jedem Upgrade verändert.

Wichtig

Dencun senkte L2-Transaktionskosten um 95-99 % durch die Einführung von Blobs (EIP-4844). Das machte Anwendungen auf Arbitrum, Base und Optimism erstmals für Massenadoption bezahlbar.

Häufige Fragen zum Dencun-Upgrade

Was hat das Dencun-Upgrade konkret verändert?

Dencun führte Blobs ein (EIP-4844), ein neues Datenformat für Layer-2-Rollups. Dadurch sanken die Transaktionskosten auf L2s um 95-99 %, was zu einem massiven Anstieg der Nutzerzahlen führte.

Betrifft Dencun nur Layer 2 oder auch Ethereum selbst?

Primär Layer 2. Die Transaktionskosten auf Ethereum L1 blieben weitgehend unverändert. Dencun optimiert die Art, wie L2-Rollups ihre Daten auf Ethereum speichern.

Was kommt nach Dencun?

Das nächste große Upgrade ist Pectra (geplant 2025), das u. a. Account Abstraction und höhere Blob-Limits bringt. Langfristig folgt Full Danksharding mit deutlich mehr Datenkapazität.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth

Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

Über Steffi

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