Free Mint: Kostenlose NFTs mit Risiken und Chancen
Wie Free Mints funktionieren, warum Goblintown von 0 auf 16.600 USD stieg und wie Wallet-Drainer 494 Mio. USD stahlen
Definition
Ein Free Mint ist ein NFT-Drop, bei dem der Mint-Preis null beträgt und Sammler ausschließlich die Netzwerk-Transaktionsgebühren (Gas Fees) zahlen, um den NFT zu prägen.
Ein Free Mint ist ein NFT-Drop, bei dem der Smart Contract keinen Kaufpreis verlangt. Sammler zahlen ausschließlich die Gas Fee der jeweiligen Blockchain, um den NFT zu prägen. Auf Ethereum Layer 1 können das 5 bis 200 USD sein, auf Layer-2-Chains wie Base oder auf Solana weniger als 0,01 USD. Free Mints wurden 2022 populär, als Projekte wie Goblintown zeigten, dass ein Mint-Preis von null nicht weniger wert bedeuten muss: Goblintown stieg von einer Gas Fee von ca. 15 USD auf einen Floor Price von 16.600 USD. Gleichzeitig sind Free Mints ein beliebtes Werkzeug für Betrüger: 2024 stahlen Wallet-Drainer über Fake-Mints rund 494 Millionen USD.
Historische Free-Mint-Erfolge
| Projekt | Mint-Datum | Gas-Kosten | Floor Price Peak | ROI am Peak |
|---|---|---|---|---|
| Goblintown | Mai 2022 | ~15 USD | 8,95 ETH (~16.600 USD) | ~83.000 % |
| Checks VV (Jack Butcher) | Jan. 2023 | 8 USD Mint | 52 ETH (~84.000 USD) | ~1.050.000 % |
| Nakamigos | März 2023 | 0,008 ETH (~15 USD) | 0,445 ETH (~900 USD) | ~5.500 % |
Goblintown brach bewusst mit allen Konventionen: kein Whitepaper, keine Roadmap, keine Discord-Utility, reines Anti-Marketing. Trotzdem generierte das Projekt über 96 Millionen USD Sekundärmarkt-Volumen. Nakamigos übertraf in nur vier Tagen die All-Time-Sales des Bored Ape Yacht Club und erzielte über 60 Millionen USD Handelsvolumen. Checks VV von Jack Butcher erreichte mit einem innovativen Burn-Mechanismus (zwei Editions verschmelzen zu einer selteneren) Einzelverkäufe von 84.000 USD.
Free Mint vs. Paid Mint
Ein Free Mint senkt die Einstiegsbarriere auf nahezu null: Jeder kann teilnehmen, das Risiko ist auf die Gas Fee begrenzt. Die Kehrseite: Die Community ist breiter, aber weniger committed. Viele Minter verkaufen sofort auf dem Sekundärmarkt ("Flip"), was den Floor Price unter Druck setzt. Bei einem Paid Mint investieren Käufer echtes Geld, was die Erwartungshaltung erhöht, aber auch eine engagiertere Holder-Basis schafft.
Projekte nutzen Free Mints aus verschiedenen Gründen: Marketing und Viralität ("kostenlos" erzeugt FOMO und Social-Media-Buzz), Community-Building (größere Holder-Basis von Anfang an), regulatorische Überlegungen (kein Verkauf = weniger Securities-Risiko) oder weil sie VC-finanziert sind und keinen Mint-Erlös brauchen. Die Einnahmen kommen dann über Sekundärmarkt-Royalties, die allerdings seit den Marketplace-Wars 2023 drastisch gesunken sind.
Risiken: Wallet-Drainer und Fake-Mints
Die größte Gefahr bei Free Mints sind bösartige Smart Contracts. Wallet-Drainer tarnen sich als legitime Mint-Pages und fordern bei der Transaktion weitreichende Token-Approvals. Der Nutzer glaubt, einen NFT zu minten, gibt aber Zugriff auf sein gesamtes Wallet. 2024 stahlen Wallet-Drainer insgesamt 494 Millionen USD, 2025 sank der Betrag auf 84 Millionen USD (minus 83 %), die Bedrohung bleibt aber real. Der berüchtigte Inferno Drainer spoofed über 100 legitime Plattformen und erstellte 16.000 Phishing-Domains.
Schutzmaßnahmen: Eine separate Mint-Wallet mit minimalen Funds nutzen, Web3-Security-Extensions wie Pocket Universe oder Wallet Guard installieren, nie Token-Approvals für unbekannte Contracts erteilen und offizielle Links nur über verifizierte Projekt-Accounts beziehen. Ungebetene NFTs im Wallet (Fake-Airdrops) mit Links zu Phishing-Seiten sollten ignoriert werden.
Gas Wars: Wenn "kostenlos" teuer wird
Wenn Tausende gleichzeitig minten wollen, explodieren die Ethereum-Gas-Preise. Nutzer bieten immer höhere Gebühren, um ihre Transaktion priorisiert zu bekommen. Beim Otherdeeds-Mint von Yuga Labs im Mai 2022 stiegen die Gas-Kosten auf 2,26 ETH (ca. 6.200 USD) pro Transaktion, das Ethereum-Netzwerk war stundenlang überlastet.
| Chain | Typische Mint-Gas-Kosten |
|---|---|
| Ethereum L1 | 5–200 USD (je nach Auslastung) |
| Base (L2) | unter 0,01 USD |
| Polygon | 0,003–0,10 USD |
| Solana | ~0,005 USD |
Seit 2024/2025 finden die meisten Free Mints auf Layer-2-Chains (Base, Zora Network) oder Solana statt, wo Gas Wars praktisch nicht existieren. Plattformen wie Zora bieten teilweise gasless Minting durch gesponserte Transaktionen an.
Steuerliche Behandlung in Deutschland
Bei einem Free Mint gelten die Gas Fees als Anschaffungsnebenkosten. Die Anschaffungskosten des NFTs betragen also 0 EUR Mint-Preis plus die Gas Fee in EUR zum Transaktionszeitpunkt. Beispiel: Free Mint mit 8 EUR Gas Fee = 8 EUR Anschaffungskosten. Die 12-Monats-Haltefrist beginnt ab dem Mint-Datum. Bei Verkauf innerhalb eines Jahres ist der Gewinn steuerpflichtig (Verkaufspreis minus 8 EUR), sofern die Freigrenze von 1.000 EUR überschritten wird. Nach 12 Monaten ist der Verkauf komplett steuerfrei.
Free Mints sind kein "kostenloses Geld". Für jeden Goblintown-Erfolg gibt es Hunderte wertlose Projekte. Nutze immer eine separate Mint-Wallet mit maximal 50 EUR, prüfe den Smart Contract auf Etherscan und mint nur bei verifizierten Projekten. Auf Layer-2-Chains wie Base oder Solana sparst du dir die Gas-War-Problematik komplett.
Ist ein Free Mint wirklich kostenlos?
Der Mint-Preis ist null, aber die Netzwerk-Transaktionsgebühr (Gas Fee) fällt trotzdem an. Auf Ethereum L1 können das 5 bis 200 USD sein, bei Gas Wars sogar über 1.000 USD. Auf Layer-2-Chains wie Base oder Solana liegt die Gas Fee unter 0,01 USD, dort sind Free Mints tatsächlich nahezu kostenlos.
Wie erkenne ich einen Fake-Free-Mint?
Warnsignale: Die Mint-Page fordert Token-Approvals statt einer einfachen Mint-Transaktion, der Link kommt über unbekannte Telegram-Gruppen oder DMs, es gibt Zeitdruck ("nur noch 5 Minuten") oder die Domain ähnelt einem bekannten Projekt, ist aber leicht verändert. Nutze Security-Tools wie Pocket Universe und minke nur über offizielle, verifizierte Projekt-Links.
Muss ich Free-Mint-NFTs in Deutschland versteuern?
Ja, beim Verkauf. Die Anschaffungskosten sind die Gas Fee zum Mint-Zeitpunkt (z.B. 8 EUR). Der Gewinn ergibt sich aus Verkaufspreis minus Gas Fee. Nach 12 Monaten Haltedauer ist der Verkauf steuerfrei. Innerhalb der Haltefrist gilt die Freigrenze von 1.000 EUR pro Jahr für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen.
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Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
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