Was ist Freigrenze (Steuern)?
Freigrenze (Steuern) einfach erklärt
Definition
Der Nutzer möchte eine präzise Definition für "Freigrenze (Steuern)" im Krypto-Kontext. Die Anforderungen sind: 1. Maximal 160 Zeichen 2. 1-2 Sätze 3. Für E...
Die Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte beträgt 600 Euro pro Jahr. Sie gilt für Krypto-Gewinne und Staking-Erträge.
Wie funktioniert die Freigrenze bei Krypto?
Die Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG liegt bei 600 Euro pro Kalenderjahr. Das bedeutet: Wer mit Bitcoin, Ethereum oder anderen Kryptowährungen Gewinne erzielt, bleibt bis zu dieser Grenze steuerfrei. Das Finanzamt betrachtet dabei alle Verkäufe eines Jahres zusammen.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, die Freigrenze gelte pro Transaktion. Tatsächlich addiert das Finanzamt alle privaten Veräußerungen eines Jahres. Überschreitest du die 600 Euro auch nur minimal, unterliegt der gesamte Gewinn der Besteuerung mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz. Das unterscheidet die Freigrenze wesentlich vom Freibetrag wie dem Sparer-Pauschbetrag.
Auch bei Staking und Lending greift eine separate Freigrenze von 600 Euro. Diese Erträge zählen als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG. Auch hier gilt: Bei Überschreitung wird der Gesamtbetrag besteuert. Die Grenze gilt jedoch ausschließlich für private Anleger. Wer gewerblich handelt, Mining betreibt oder eine systematische Handelsstrategie verfolgt, fällt aus dem persönlichen Bereich heraus und kann die 600 Euro nicht geltend machen.
Wichtig: Bei Überschreitung der 600 Euro wird der komplette Gewinn besteuert, nicht nur der Mehrbetrag. Aus 601 Euro Gewinn können schnell über 150 Euro Steuern werden.
Praxisbeispiel: So wirkt sich die Freigrenze aus
Stell dir vor, du hast über Bitvavo Bitcoin gekauft und nach der Haltefrist von einem Jahr mit 800 Euro Gewinn verkauft. Da die Freigrenze von 600 Euro überschritten ist, unterliegt der gesamte Betrag deinem persönlichen Einkommensteuersatz. Bei einem Steuersatz von 25 Prozent zahlst du somit 200 Euro Steuern an das Finanzamt. Hättest du den Verkauf auf das nächste Jahr verteilt, könntest du die Steuer möglicherweise vermeiden.
Hättest du stattdessen nur 500 Euro Gewinn erzielt, wäre der Betrag komplett steuerfrei gewesen. Das zeigt die scharfe Grenze: Ein einziger Euro mehr kann den kompletten steuerpflichtigen Betrag auslösen. Deshalb lohnt sich das genaue Tracking aller Verkäufe über das Kalenderjahr.
Wer regelmäßig kleinere Beträge handelt, sollte ein Depot bei Bitpanda oder anderen Anbietern nutzen, das steuerliche Übersichten und Exporte für die Steuererklärung bietet. So behältst du den Überblick über deine realisierten Gewinne und vermeidest unangenehme Überraschungen beim Finanzamt.
Steuerliche Behandlung 2026 im DACH-Vergleich
Für das Jahr 2026 gilt die 600-Euro-Freigrenze in Deutschland unverändert weiter. Das Bundesfinanzministerium hat bislang keine Gesetzesänderungen angekündigt. Private Krypto-Investoren sollten die Grenze also weiterhin präzise im Blick behalten und ihre Verkäufe strategisch planen. Eine gute Dokumentation aller Transaktionen ist dabei unerlässlich.
Im DACH-Vergleich zeigen sich deutliche Unterschiede. Österreich kennt keine vergleichbare Freigrenze für Krypto-Gewinne. Hier fällt pauschal 27,5 Prozent Steuer auf Veräußerungsgewinne an. Die Schweiz hingegen erhebt bei reinen Privatanlegern generell keine Kapitalertragssteuer auf Krypto-Veräußerungen, was sie besonders attraktiv macht.
Die deutsche Regelung schützt kleine Anleger vor bürokratischem Aufwand. Wer jedoch systematisch handelt oder über eine gewerbliche Struktur verfügt, fällt aus dem Schutzbereich heraus und muss Gewinne voll versteuern.
Gut zu wissen: Die Freigrenze gilt nur für private Veräußerungen. Wer gewerblich handelt oder Krypto-Mining betreibt, unterliegt anderen Regelungen und kann die 600 Euro nicht geltend machen.
Vorteile & Nachteile
Vorteile
- +Steuerfreiheit für Gewinne bis 600 Euro pro Jahr
- +Keine Steuererklärungspflicht unterhalb der Grenze
- +Gilt auch für Staking- und Lending-Erträge
Nachteile
- -Bei Überschreitung wird der gesamte Gewinn besteuert
- -Schnell erreicht bei volatilen Kryptowährungen
- -Nicht anwendbar für gewerbliche Trader und Miner
Fun Fact
Überschreitest du die 600 Euro um nur einen Cent, wird der komplette Betrag besteuert – nicht nur der Cent.
