Was ist Peer-to-Peer?
Peer-to-Peer einfach erklärt
Definition
Direkter Austausch von Kryptowährungen zwischen Nutzern ohne Mittelsmann. Dezentral und sicher.
Peer-to-Peer, kurz P2P, beschreibt den direkten Austausch von digitalen Werten oder Informationen zwischen zwei Nutzern, ganz ohne eine zentrale Instanz oder einen Mittelsmann. Im Kontext von Kryptowährungen ist dies ein fundamentales Prinzip, das den dezentralen Charakter vieler digitaler Assets wie Bitcoin ausmacht. Es ermöglicht Transaktionen ohne die Notwendigkeit von Banken oder zentralisierten Börsen.
Wie funktioniert Peer-to-Peer?
Stellen Sie sich vor, Du möchtest Kryptowährungen direkt an eine andere Person senden, ohne dass eine Bank oder eine Handelsplattform dazwischengeschaltet ist. Genau das ermöglicht Peer-to-Peer. Die Transaktion wird direkt von deiner Wallet zur Wallet des Empfängers gesendet. Die zugrunde liegende Blockchain-Technologie, wie beispielsweise bei Bitcoin, verifiziert und speichert diese Transaktion in einem dezentralen Netzwerk. Dies sorgt für Transparenz und Unveränderlichkeit, da jeder Teilnehmer des Netzwerks die Transaktion einsehen und bestätigen kann. Dies steht im Gegensatz zu zentralisierten Systemen, wo der Intermediär die Kontrolle über die Transaktionen hat.
Gut zu wissen: Auch dezentrale Börsen (DEX) nutzen das P2P-Prinzip, um den Handel zwischen Nutzern direkt über Smart Contracts abzuwickeln, ohne die Verwahrung der Assets durch eine dritte Partei.
P2P-Transaktionen in der Praxis: Ein Steuerbeispiel
Nehmen ich an, ein Nutzer in Deutschland verkauft 0,5 Bitcoin direkt an einen Nutzer in Österreich. Dies geschieht entweder über eine P2P-Plattform oder durch einen direkten Wallet-Transfer. Der deutsche Verkäufer hat diese Bitcoin einst für 10.000 Euro gekauft und verkauft sie nun für 11.500 Euro. Der erzielte Gewinn von 1.500 Euro ist in Deutschland steuerpflichtig, da es sich um ein privates Veräußerungsgeschäft handelt, sofern die Haltedauer unter einem Jahr liegt. Hierbei spielt es keine Rolle, dass kein zentraler Dienstleister die Transaktion gemeldet hat. Die Verantwortung zur Deklaration liegt beim Verkäufer.
Wichtig: P2P-Transaktionen sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz grundsätzlich steuerpflichtig. Die Gewinne müssen im Rahmen der Einkommensteuererklärung angegeben werden.
P2P im Jahr 2026: Regulierung und Ausblick
Peer-to-Peer-Transaktionen stellen für die Finanzämter im DACH-Raum eine Herausforderung dar, da sie schwerer nachvollziehbar sind als Transaktionen über regulierte Börsen. Dennoch bleibt die Steuerpflicht bestehen. Ab Anfang 2026 verstärken Regulierungsbehörden ihre Bemühungen, auch P2P-Transaktionen besser zu erfassen. Neue Tools zur Analyse von Blockchain-Daten sowie internationale Zusammenarbeit sollen die Durchsetzung der Steuerpflicht verbessern. Es ist ein Irrglaube, dass P2P-Transaktionen anonym und somit steuerfrei sind. Die Transaktionshistorie auf der Blockchain ist öffentlich und kann von den Behörden ausgewertet werden, auch wenn die Identität der Wallet-Besitzer zunächst verborgen bleibt. Wer sich für den Kauf über regulierte Anbieter interessiert, findet bei Bitpanda Erfahrungen oder den Bitvavo Erfahrungen & Test gute Anlaufstellen, wo die Steuererfassung vereinfacht ist. Für den Kauf mit 10 € Startguthaben kann man Bitpanda nutzen.
Vorteile & Nachteile
Vorteile
- +Dezentralität und Unabhängigkeit von Dritten
- +Geringere Gebühren im Vergleich zu zentralen Börsen
- +Direkte Kontrolle über die eigenen Assets
- +Weltweiter Handel ohne geografische Beschränkungen
Nachteile
- -Erschwerte Nachvollziehbarkeit für Steuerzwecke
- -Kein Kundensupport bei Problemen
- -Potenziell höheres Betrugsrisiko
- -Geringere Liquidität als auf zentralisierten Börsen
Fun Fact
Das erste bekannte P2P-Netzwerk war Napster im Jahr 1999 für den Austausch von Musikdateien.
