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MARA Holdings beendet HODL-Strategie: Bitcoin-Verkäufe geplant

News8 Min. Lesezeit
Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
MARA Holdings beendet HODL-Strategie: Bitcoin-Verkäufe geplant

MARA Holdings (ehemals Marathon Digital) hat seine jahrelange HODL-Strategie aufgegeben und kündigt den Verkauf von Bitcoin-Beständen an. Dieser fundamentale Strategiewechsel eines der weltgrößten Mining-Unternehmen markiert einen Wendepunkt für den gesamten Krypto-Sektor und wirft bei deutschen Anlegerinnen wichtige Fragen zu Steuern und Anlagestrategie auf.

Wichtig: MARA Holdings könnte bis zu 5.000 BTC pro Quartal verkaufen. Bei einem aktuellen Kurs von 58.118 Euro entspricht das einem potenziellen Verkaufsvolumen von über 290 Millionen Euro, das den Markt zusätzlich belasten könnte.

MARA Holdings beendet HODL-Strategie: Strategiewechsel bei Marathon Digital

€58.118
Bitcoin-Kurs (aktuell)
14/100
Fear & Greed Index (Extreme Fear)
20.000+
Geschätzter BTC-Bestand MARA
NASDAQ: MARA
Börsenticker

MARA Holdings, bis Anfang 2025 noch unter dem Namen Marathon Digital bekannt, zählt zu den Schwergewichten im institutionalisierten Bitcoin-Mining. Das an der NASDAQ gelistete Unternehmen betreibt riesige Mining-Farmen mit spezialisierter Hardware, die komplexe mathematische Aufgaben lösen und dafür mit neuen Bitcoins belohnt werden. Bislang folgte MARA einer strikten HODL-Strategie – einer populären Krypto-Strategie, die für "Hold On for Dear Life" steht und bedeutet, dass alle geminten Bitcoins langfristig gehalten und nicht verkauft werden.

Diese Strategie ändert sich nun fundamental. Das Unternehmen gab bekannt, künftig Teile seines Bitcoin-Treasuries veräußern zu dürfen, um operative Kosten zu decken und Expansionspläne zu finanzieren. Für Anlegerinnen ist das ein Signal: Selbst die größten institutionellen Akteure müssen in bärischen Märkten ihre Reserven antasten. Der MARA Holdings Bitcoin Verkauf steht im Kontrast zur Strategie von MicroStrategy, die weiterhin aggressiv akkumulieren.

MARA verfügte per Jahresende 2024 über einen geschätzten Bestand von 20.000 Bitcoin. Bei einem durchschnittlichen Einstandspreis von 25.000 Dollar pro BTC ergibt sich ein unrealisierter Gewinn von rund 660 Millionen Dollar – ein Polster, das nun teilweise liquidiert wird.

Warum verkauft MARA jetzt? Mining ist energieintensiv und teuer. Stromkosten, Hardware-Wartung und Personal müssen laufend in Fiat-Währungen wie US-Dollar beglichen werden. Während Bullenmärkte hohe Cashflows durch steigende Bitcoin-Preise garantieren, setzen Bärenmärkte Miner unter Druck. Der aktuelle Fear & Greed Index von 14 zeigt extreme Angst am Markt – genau die Phase, in der selbst große Player wie MARA liquide Mittel benötigen, um die Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten.

Die Stromkosten für das Mining eines einzelnen Bitcoins liegen bei MARA bei etwa 35.000 Dollar. Bei einem aktuellen Marktpreis von 58.118 Euro bleibt zwar eine Marge, jedoch schrumpfte diese seit dem Halving am 19. April 2024 erheblich, als die Rewards von 6,25 auf 3,125 BTC pro Block fielen.

Die Auswirkungen auf den Aktienkurs waren unmittelbar sichtbar. Börsianer fürchten, dass der MARA Holdings Bitcoin Verkauf einen Präzedenzfall setzt. Wenn einer der größten institutionellen HODLer seine Bestände reduziert, könnten weitere Mining-Riesen folgen. Das würde zusätzlichen Verkaufsdruck auf den Bitcoin-Kurs erzeugen. Gleichzeitig argumentieren Analysten, dass eine professionelle Treasury-Verwaltung langfristig gesünder für das Unternehmen sei als dogmatisches Halten bis zur Insolvenz.

Für Einsteigerinnen ist der Unterschied wichtig: MARA-Aktien sind kein Bitcoin. Wer MARA-Aktien kauft, investiert in ein Unternehmen, das Bitcoin mined – ähnlich wie bei Goldminen-Aktien gegenüber physischem Gold. Der Wert der Aktie hängt von Unternehmensentscheidungen, Management-Qualität und Bitcoin-Preis ab. Der jetzige Verkauf von Treasury-Bitcoins ist eine solche Unternehmensentscheidung, die die Bilanz direkt beeinflusst.

MicroStrategy hingegen hält weiterhin 471.107 Bitcoin und hat seit August 2020 keine einzige Coin verkauft. Dieser konträre Ansatz zeigt die unterschiedliche Unternehmensstrategie: Während MicroStrategy Bitcoin als Reservewährung nutzt, muss MARA als reiner Miner operative Kosten decken.

Vergleicht man MARA mit anderen Mining-Unternehmen wie Riot Platforms oder CleanSpark, zeigt sich ein Branchentrend. Viele Miner mussten 2024 und 2025 bereits Teile ihrer Bestände verkaufen, um das Halving zu überstehen – das alle vier Jahre stattfindende Ereignis, bei dem die Mining-Rewards halbiert werden. MARA hielt länger durch als die Konkurrenz, öffnet nun aber ebenfalls die Tür zu strategischen Verkäufen.

Die globale Bitcoin-Mining-Hashrate erreichte im Januar 2025 ein Allzeithoch von 750 EH/s (Exa-Hash pro Sekunde). Gleichzeitig sank der durchschnittliche Mining-Gewinn pro TH/s um 45 Prozent seit dem Halving, was den Druck auf weniger effiziente Miner wie MARA erhöht.

Die technische Analyse der MARA-Aktie zeigt Unterstützungslevel, die bei einer massiven Veräußerung von Bitcoin-Beständen getestet werden könnten. Langfristig könnte der Strategiewechsel jedoch die Überlebensfähigkeit des Unternehmens sichern. Kritiker argumentieren, dass MARA damit sein Kerngeschäft – das Halten von Bitcoin als digitales Gold – untergrabe. Befürworter sehen pragmatisches Treasury-Management, das Flexibilität schafft.

Für deutsche Anlegerinnen, die über Bitpanda oder Kraken in MARA-Aktien investiert haben, bedeutet dieser Shift erhöhte Volatilität. Der MARA Holdings Bitcoin Verkauf wird quartalsweise in den Finanzberichten sichtbar und beeinflusst das Kurs-NAV-Verhältnis (Net Asset Value) der Aktie. Wer direkt in Bitcoin investiert ist, merkt von diesen Unternehmensentscheidungen nichts – außer möglicherweise auf den Verkaufsdruck am Markt.

Der Verkauf von 1.000 BTC würde bei aktuellem Kurs rund 58 Millionen Euro freisetzen. Davon fließen etwa 60 Prozent in operative Kosten, während 40 Prozent für neue Mining-Hardware und Expansion nach Abu Dhabi sowie Texas budgetiert werden.

Steuerliche Fallstricke und Marktfolgen: Was der Verkauf für deutsche Anleger bedeutet

Der Strategiewechsel bei MARA wirft bei deutschen Investorinnen komplexe steuerliche Fragen auf. Wer über Handelsplätze wie Bison oder internationale Broker in MARA-Aktien investiert hat, muss diese Gewinne anders versteuern als direkte Bitcoin-Bestände. Bei Aktien fällt der Abgeltungssteuer von 25% (zzgl. Solidaritätszuschlag) an, sofern keine Freistellungsanweisung vorliegt. Der persönliche Einkommensteuersatz spielt hier keine Rolle mehr.

Anders sieht es bei direktem Bitcoin-Besitz aus. Hier greift das persönliche Einkommensteuerprinzip mit der speziellen Krypto-Regelung. Wer Bitcoin über ein Jahr hält und dann verkauft, zahlt in Deutschland keinerlei Steuern auf die Gewinne – unabhängig von der Höhe. Das macht Bitcoin als langfristige Anlage steuerlich attraktiver als Mining-Aktien. Der MARA Holdings Bitcoin Verkauf selbst betrifft das Unternehmen, nicht direkt die Aktionäre, es sei denn, die Dividendenpolitik ändert sich durch höhere Cashflows.

Bei Krypto-Verkäufen unterhalb der 12-Monats-Frist gilt eine jährliche Freigrenze von 1.000 Euro. Erst danach wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Diese 1.000 Euro gelten pro Person und Jahr, nicht pro Transaktion.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Gewerbesteuer. Wer als Privatperson aktiv handelt – beispielsweise durch Daytrading oder den Betrieb von Mining-Riggen – kann gewerblich eingestuft werden. Die Kryptowertübertragungsverordnung (KryptoWÜbV) regelt zwar hauptsächlich die Verwahrung und den Transfer, doch das Finanzamt prüft streng, ob privates Glücksspiel oder gewerbliche Tätigkeit vorliegt. Bei MARA-Aktien ist das Risiko geringer, da hier klassische Wertpapierregeln gelten.

0%
Steuer nach 1 Jahr Haltefrist (Krypto)
25%
Abgeltungssteuer (Aktien)
€1.000
Freigrenze privater Veräußerung (Krypto)
1-3 Tage
SEPA-Auszahlung (typisch)

Die Marktfolgen des MARA-Entscheids sind vielschichtig. Analysten befürchten eine Kettenreaktion: Wenn MARA verkauft, könnten andere große Miner wie Hut 8 oder Bitfarms nachziehen. Das würde kurzfristig den Bitcoin-Preis drücken. Langfristig könnte dies jedoch die Konsolidierung der Mining-Industrie beschleunigen. Nur effiziente Miner mit niedrigen Stromkosten und professionellem Treasury-Management werden überleben – eine gesunde Marktbereinigung.

Für Einsteigerinnen ist jetzt der Moment, das Portfolio zu überprüfen. Wer ausschließlich Mining-Aktien hält, läuft Gefahr, von Management-Entscheidungen anderer abhängig zu sein. Eine Diversifikation in physischen Bitcoin über Bitvavo (20€ Neukundenbonus) oder Bitpanda (10€ Startguthaben) bietet direkten Exposure ohne Unternehmensrisiko. Alternativ bietet Kraken institutionelle Sicherheitsstandards für größere Beträge.

Die sichere Verwahrung wird bei steigender Volatilität immer wichtiger. Wer Bitcoin erwirbt, sollte diese niemals auf Börsen lassen, sondern in Hardware-Wallets überführen. Der Ledger (10$ in BTC geschenkt) und der BitBox02 sind etablierte deutsche Standards für maximale Sicherheit. Alternativ bietet Tangem (10% Rabatt) eine benutzerfreundliche Kartenlösung für Einsteigerinnen.

Zusammenfassend markiert der MARA Holdings Bitcoin Verkauf das Ende einer Ära des blinden HODLns in der Mining-Industrie. Für deutsche Anlegerinnen bedeutet dies erhöhte Aufmerksamkeit bei der Steuerplanung und eine erneute Prüfung der Anlagestrategie. Direkter Bitcoin-Besitz bietet hier mehr Kontrolle und steuerliche Vorteile als indirekte Investments über Mining-Aktien. Die Entwicklung zeigt: Im Krypto-Space zählt nicht nur technologisches Verständnis, sondern auch fundiertes Wissen über Unternehmensstrategien und steuerliche Rahmenbedingungen. Weitere Infos: Bitcoin Mining im Umbruch: Riot hängt Konkurrenz ab, Mining-Krise? Bitdeer verkauft Bitcoin-Reserven nach Halving, Core Scientific Q4 2024: Umsatzcrash und KI-Pivot

Warum verkauft MARA Holdings jetzt Bitcoin und gibt die HODL-Strategie auf?

MARA Holdings (ehemals Marathon Digital) verkauft Bitcoin, um operative Kosten zu decken und Expansionspläne zu finanzieren. Das Mining-Geschäft benötigt laufend Fiat-Geld für Strom und Personal. Nach dem Halving 2024, bei dem die Rewards halbiert wurden, und angesichts des aktuellen niedrigen Fear & Greed Index von 14 (Extreme Fear) setzt das Unternehmen auf pragmatisches Treasury-Management statt dogmatischen Haltens.

Wie viele Bitcoin besitzt MARA Holdings aktuell in seinem Treasury?

MARA Holdings gehört zu den größten institutionellen Bitcoin-Holdern weltweit mit einem geschätzten Bestand von über 20.000 BTC. Die genaue Zahl schwankt täglich durch laufendes Mining und variiert je nach Verkaufsaktivitäten. Als börsennotiertes Unternehmen (NASDAQ: MARA) muss das Unternehmen Quartalsberichte veröffentlichen, die aktuelle Treasury-Bestände offenlegen.

Muss ich als deutscher Anleger Steuern zahlen, wenn ich MARA-Aktien oder Bitcoin verkaufe?

Bei MARA-Aktien fällt die Abgeltungssteuer von 25% auf Gewinne an. Bei direktem Bitcoin-Besitz sind Veräußerungsgewinne nach einer Haltefrist von 12 Monaten komplett steuerfrei (§23 Abs. 1 EStG). Bis dahin gilt eine Freigrenze von 1.000€ pro Jahr. Gewerbliches Trading unterliegt anderen Regeln und erfordert unter Umständen eine Gewerbeanmeldung.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
Dr. Stephanie Morgenroth

Gründerin & ChefredakteurinBitcoin & Ethereum, Krypto-Steuern