Was ist der Ask Price?
Warum der Verkaufskurs die obere Seite des aktuellen Marktes zeigt
Definition
Der Ask Price (Briefkurs) ist der niedrigste Preis, zu dem ein Verkäufer einen Vermögenswert anbietet. Beim sofortigen Kauf zahlst du den Ask Price. Die Differenz zum Bid Price (Geldkurs) ist der Spread, ein wichtiger Kostenfaktor im Krypto-Handel.
Der Ask Price (Briefkurs) ist der niedrigste Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, einen Vermögenswert abzugeben. Im Krypto-Handel siehst du den Ask Price als den Preis, den du zahlst, wenn du sofort kaufen möchtest. Das Gegenstück ist der Bid Price (Geldkurs), der höchste Preis, den ein Käufer zu zahlen bereit ist. Die Differenz zwischen beiden heißt Spread und ist ein wichtiger Kostenfaktor beim Trading.
Bid, Ask und Spread im Vergleich
| Konzept | Bedeutung | Beispiel (BTC/EUR) | Wer zahlt/erhält |
|---|---|---|---|
| Bid Price | Höchstes Kaufangebot | 94.980 EUR | Du erhältst diesen Preis beim Verkauf |
| Ask Price | Niedrigstes Verkaufsangebot | 95.020 EUR | Du zahlst diesen Preis beim Kauf |
| Spread | Differenz Bid/Ask | 40 EUR (0,042 %) | Implizite Handelskosten |
| Mid Price | Mittelwert | 95.000 EUR | Referenzpreis für Charts |
| Last Price | Letzter gehandelter Preis | 94.995 EUR | Kann über oder unter Mid liegen |
Wie der Ask Price entsteht
Der Ask Price wird durch das Orderbuch bestimmt. Wenn ein Verkäufer eine Limit-Order bei 95.020 EUR platziert und kein anderer Verkäufer einen niedrigeren Preis anbietet, wird 95.020 EUR zum aktuellen Ask Price. Platziert ein zweiter Verkäufer eine Order bei 95.010 EUR, sinkt der Ask Price auf 95.010 EUR.
Bei einer Market-Order (sofortiger Kauf) wird deine Order gegen die niedrigsten verfügbaren Ask-Orders ausgeführt. Bei kleinen Beträgen bekommst du den angezeigten Ask Price. Bei großen Orders kann es passieren, dass du mehrere Ask-Levels im Orderbuch durchläufst und einen höheren Durchschnittspreis zahlst, das nennt man Slippage.
Auf dezentralen Börsen mit AMM-Mechanismus gibt es kein klassisches Orderbuch. Der "Ask Price" wird hier durch die mathematische Kurve des Liquidity Pools bestimmt. Je größer dein Trade im Verhältnis zur Pool-Größe, desto mehr Price Impact und desto ungünstiger dein effektiver Kaufpreis.
Spread als versteckte Handelskosten
Der Spread ist die wichtigste versteckte Kostenkomponente beim Trading. Auf großen Börsen wie Binance oder Bitvavo liegt der BTC/EUR-Spread bei 0,01-0,05 %. Bei kleineren Coins mit weniger Liquidität kann der Spread auf 0,5-2 % steigen. Bei exotischen Altcoins auf kleinen Börsen sogar auf 5-10 %.
Für Day-Trader, die dutzende Trades pro Tag machen, summiert sich der Spread schnell. Bei 50 Trades pro Tag mit einem durchschnittlichen Spread von 0,05 % sind das 2,5 % Kosten pro Tag, zusätzlich zu den regulären Handelsgebühren. Deshalb handeln professionelle Trader bevorzugt hochliquide Paare mit engen Spreads.
Der Spread schwankt je nach Marktbedingungen: In ruhigen Phasen ist er eng, bei hoher Volatilität (Crashes, große News) weitet er sich aus, weil Market Maker ihr Risiko erhöhen und weniger aggressive Preise stellen. Genau in den Momenten, in denen du schnell handeln willst, sind die impliziten Kosten am höchsten.
Ask Price in der Praxis: Tipps
Limit statt Market: Mit einer Limit-Buy-Order bestimmst du deinen maximalen Kaufpreis selbst, statt den aktuellen Ask Price zu akzeptieren. Dafür kann es sein, dass deine Order nicht sofort ausgeführt wird.
Liquidität prüfen: Vor einem größeren Trade lohnt ein Blick ins Orderbuch: Wie viel Volumen steht beim aktuellen Ask? Wenn nur 0,1 BTC beim Ask stehen und du 2 BTC kaufen willst, wird der Großteil deiner Order zu höheren Preisen ausgeführt.
Zeitpunkt beachten: In den europäischen und amerikanischen Handelszeiten (14-22 Uhr MEZ) ist die Liquidität am höchsten und der Spread am engsten. Nachts oder am Wochenende können Spreads deutlich breiter sein.
Ein Praxis-Tipp für Einsteiger: Auf Börsen wie Bitvavo oder Kraken siehst du im Orderbuch die Asks (Verkaufsangebote) rot und die Bids (Kaufangebote) grün dargestellt. Der niedrigste rote Preis ist der aktuelle Ask Price, also der günstigste Preis, zu dem du sofort kaufen kannst. Wenn du eine Market Order aufgibst, bezahlst du genau diesen Preis (plus Gebühren). Mit einer Limit Order kannst du einen niedrigeren Preis setzen und warten, bis ein Verkäufer dein Angebot annimmt, sparst dafür aber den Spread.
Bei einem Spread über 0,1 % solltest du die Börse oder das Handelspaar überdenken. Für langfristige Käufe (DCA-Strategie) ist der Spread weniger relevant, für aktives Trading ist er ein entscheidender Kostenfaktor.
Häufige Fragen zum Ask Price
Warum ist der Ask Price immer höher als der Bid Price?
Verkäufer wollen möglichst viel bekommen, Käufer möglichst wenig zahlen. Der Ask Price (niedrigstes Verkaufsangebot) liegt deshalb immer über dem Bid Price (höchstes Kaufangebot). Die Differenz ist der Spread, der Market Makern als Vergütung dient und die grundlegenden Handelskosten darstellt.
Wie kann ich den Ask Price beim Kauf umgehen?
Du kannst eine Limit-Buy-Order unter dem aktuellen Ask Price platzieren. Damit wirst du selbst zum "Bid" im Orderbuch und zahlst keine Spread-Kosten, sondern verdienst sie sogar (als Maker). Der Nachteil: Deine Order wird nur ausgeführt, wenn der Preis auf dein Limit fällt, was nicht garantiert ist.
Warum weitet sich der Spread bei Crashes aus?
Bei hoher Volatilität ziehen Market Maker ihre Orders zurück oder stellen breitere Spreads, um sich gegen schnelle Preisbewegungen abzusichern. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Market-Orders (Panikverkäufe), die das Orderbuch durchlaufen. Weniger Liquidität plus mehr Nachfrage ergibt breitere Spreads und höhere Slippage.
Fun Fact
Der Ask Price wirkt winzig als Begriff, entscheidet im Alltag aber oft direkt mit darüber, wie teuer ein schneller Einstieg tatsächlich wird.
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Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
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