Was ist Dividende?
Warum Dividenden für viele Anleger wichtig sind und was sie wirklich über ein Unternehmen aussagen
Definition
Eine Dividende ist ein Gewinnanteil, den ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschütten kann.
Eine Dividende ist eine Gewinnausschüttung eines Unternehmens an seine Aktionäre. Sie wird in der Regel jährlich (in Deutschland) oder quartalsweise (USA) gezahlt und ist eine der ältesten Formen passiven Einkommens. Die DAX-Konzerne schütteten 2025 insgesamt 54 Mrd. EUR an ihre Aktionäre aus, der zweithöchste Wert aller Zeiten. Im Krypto-Bereich gibt es keine klassischen Dividenden, aber Staking Rewards und Token Buybacks erfüllen eine vergleichbare Funktion.
DAX-Dividendensaison 2025/2026
| Unternehmen | Dividende 2025 | Dividende 2026 (erw.) |
|---|---|---|
| Munich Re | 20,00 EUR/Aktie | 24,00 EUR/Aktie (Rekord) |
| Allianz | 15,40 EUR/Aktie | 16,90-17,10 EUR/Aktie |
| Deutsche Telekom | 0,90 EUR/Aktie | 1,00 EUR/Aktie (+15 %) |
| Mercedes-Benz | 4,30 EUR/Aktie | ca. 2,50 EUR/Aktie (Kürzung) |
14 von 40 DAX-Unternehmen zahlten 2025 Rekord-Dividenden, obwohl die Gewinne um 21 % fielen. Die Ausschüttungsquote stieg von 44,5 % auf 56,3 %. Für 2026 werden 52,9 Mrd. EUR erwartet, 23 Unternehmen erhöhen, nur 4 kürzen. Der Finanzsektor löst die Automobilbranche als größter Dividendenzahler ab: Banken und Versicherungen schütten zusammen 14,2 Mrd. EUR aus. Die Commerzbank steigerte ihre Dividende um 81 %, die Deutsche Bank um 48 %. Im internationalen Vergleich liegt die Dividendenrendite des DAX bei rund 2,5 bis 3,5 %, der S&P 500 bei nur 1,21 % (März 2026) und der FTSE 100 bei 3,04 %. Die Ex-Dividende-Regel bestimmt, wann du die Aktie halten musst, um dividendenberechtigt zu sein: In Deutschland genügt es, die Aktie am Tag der Hauptversammlung im Depot zu haben. Am nächsten Börsentag fällt der Kurs in der Regel um die Höhe der Dividende (Dividendenabschlag).
Dividendensteuer in Deutschland
Auf Dividenden fällt die Abgeltungsteuer von 25 % an, plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf, plus optional Kirchensteuer (8 oder 9 %). Insgesamt ergibt das 26,375 % (ohne Kirche) bis 27,99 % (mit Kirche). Der Sparerpauschbetrag liegt seit 2023 bei 1.000 EUR pro Person (2.000 EUR für Verheiratete). Dividenden bis zu diesem Betrag bleiben steuerfrei. Im Vergleich: Staking Rewards werden als sonstige Einkünfte besteuert (§ 22 Nr. 3 EStG) mit dem persönlichen Steuersatz von bis zu 45 %, ein deutlicher Nachteil gegenüber der pauschalen Abgeltungsteuer auf Dividenden.
ETFs: Ausschüttend vs. Thesaurierend
Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden direkt auf dein Konto. Thesaurierende ETFs reinvestieren die Dividenden automatisch, was den Zinseszinseffekt nutzt. Seit 2018 werden auch thesaurierende ETFs über die Vorabpauschale jährlich besteuert: Der Basisertrag (2026: 2,24 % des Anfangswerts) wird fiktiv besteuert. Praktisch bedeutet das rund 35 EUR Steuer pro 10.000 EUR Anlagebetrag. Für langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs effizienter, für laufendes Einkommen eignen sich ausschüttende ETFs besser. Aktienfonds profitieren von einer 30-%-Teilfreistellung, Mischfonds von 15 %. Die Vorabpauschale wird am ersten Bankarbeitstag im Januar des Folgejahres fällig und vom Verrechnungskonto eingezogen.
Krypto-Unternehmen und Dividenden
Die großen börsennotierten Krypto-Unternehmen zahlen keine Dividenden: Weder Coinbase, noch Marathon Digital oder Riot Platforms schütten aus. Sie reinvestieren Gewinne in Wachstum und Mining-Expansion. Eine Ausnahme ist Strategy (ehem. MicroStrategy): Die im März 2025 aufgelegte Vorzugsaktie STRF zahlt eine feste Dividende von 10 % (10 USD auf 100 USD Nennwert), quartalsweise seit Juni 2025. Bei Zahlungsausfall steigt der Strafzins auf bis zu 18 %. STRF hat kein Wandlungsrecht in Bitcoin, es ist ein reines Fixed-Income-Produkt für institutionelle Anleger.
Dividenden bieten planbares Einkommen, Staking Rewards oft höhere nominale Renditen. Der entscheidende Unterschied: Dividenden-Aristokraten zahlen seit 25+ Jahren zuverlässig steigende Dividenden. Krypto-Staking-Yields schwanken mit dem Markt und der Token-Inflation.
Dividendenstrategie: Growth vs. High Yield
Dividend Growth: Du kaufst Aktien mit moderater Dividendenrendite (2 bis 3 %), die ihre Dividende aber jedes Jahr steigern. Langfristig wächst deine persönliche Rendite auf den Einstiegspreis (Yield on Cost). High Yield: Du setzt auf Aktien mit hoher aktueller Rendite (5 %+). Das Risiko: Hohe Renditen entstehen oft durch fallende Kurse (Dividendenfalle). Mercedes-Benz bot 2026 rechnerisch 7,94 % Rendite, kürzte die Dividende dann aber um 42 %. Eine nachhaltige Ausschüttungsquote liegt bei 30 bis 50 % des Gewinns. Ab 75 % steigt das Risiko einer Kürzung deutlich. Langfristig liefern Dividendenwachstums-Aktien oft bessere Gesamtrenditen als High-Yield-Titel, weil sie Kursgewinne und steigendes Einkommen kombinieren. In einem diversifizierten Portfolio können Dividendenaktien den stabilen Kern bilden, während Krypto-Positionen für Wachstum sorgen.
Häufige Fragen zur Dividende
Wie werden Dividenden in Deutschland besteuert?
Mit der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag (insgesamt 26,375 %). Dividenden bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 EUR (ledig) oder 2.000 EUR (verheiratet) bleiben steuerfrei. Kirchensteuer kommt bei Zugehörigkeit hinzu.
Zahlen Krypto-Unternehmen Dividenden?
Die meisten nicht. Coinbase, Marathon Digital und Riot Platforms reinvestieren Gewinne. Die einzige Ausnahme ist Strategys STRF-Vorzugsaktie mit 10 % fester Dividende (seit Juni 2025).
Sind Staking Rewards besser als Dividenden?
Nominal oft höher (ETH 3 %, SOL 7 %), aber das Kapitalverlustrisiko ist größer und die Besteuerung in Deutschland ungünstiger (bis 45 % statt 26,375 %). Dividenden-Aristokraten bieten dafür jahrzehntelange Zuverlässigkeit, die kein Krypto-Projekt vorweisen kann.
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Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
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