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Flippening: Überholt Ethereum jemals Bitcoin?

Was Flippening bedeutet, wie nah ETH 2017 dran war und warum es 2026 unwahrscheinlicher denn je ist

KryptowährungenEinsteiger5 Min. Lesezeit

Definition

Der Flippening beschreibt den hypothetischen Moment, in dem Ethereum Bitcoin bei der Marktkapitalisierung überholt und damit zur wertvollsten Kryptowährung aufsteigt.

Der Flippening bezeichnet den hypothetischen Zeitpunkt, an dem Ethereum Bitcoin bei der Marktkapitalisierung überholt. Der Begriff entstand 2017, als Ethereum rasant aufholte und zeitweise 83 % der Bitcoin-Marktkapitalisierung erreichte. Stand März 2026 liegt Ethereum bei rund 249 Milliarden USD Marktkapitalisierung, Bitcoin bei etwa 1,35 Billionen USD. Das ETH/BTC-Verhältnis steht bei 0,030, Ethereum erreicht damit nur noch 18,4 % der Bitcoin-Bewertung. Für ein Flippening müsste sich Ethereum bei gleichbleibendem Bitcoin-Kurs mehr als verfünffachen.

Juni 2017: Als das Flippening fast passierte

Am 12. Juni 2017 kam Ethereum dem Flippening am nächsten. Bitcoin hatte eine Marktkapitalisierung von 44,3 Milliarden USD, Ethereum erreichte 36,8 Milliarden USD, nur 7,5 Milliarden USD Differenz. Die Bitcoin-Dominanz fiel auf 40,6 %, Ethereum stieg auf 32 %. Der ICO-Boom trieb die Nachfrage nach ETH, weil fast alle Token-Sales auf Ethereum liefen. Doch dann crashten beide Kurse um rund 60 %. Bitcoin erholte sich stärker, die Distanz wuchs wieder. In den folgenden Bullenmärkten 2021 und 2024/2025 konnte Ethereum nie wieder so nah herankommen.

Der Flippening-Index: 8 Metriken im Vergleich

Die Website Blockchaincenter.net trackt das Flippening über acht verschiedene Metriken. Die reine Marktkapitalisierung ist nur eine davon.

MetrikETH vs. BTCETH führt?
MarktkapitalisierungETH = 18,4 % von BTCNein
TransaktionsanzahlETH 6x mehr (1,6 Mio. vs. 260K täglich)Ja
TransaktionsgebührenETH generiert mehr FeesJa
Transaktionsvolumen (USD)ETH = 37,8 % von BTCNein
Aktive AdressenETH = 56,4 % von BTCNein
Handelsvolumen (Börsen)ETH ≈ 33 % von BTCNein
Google-SuchenETH = 10,4 % von BTCNein
NodesETH ≈ 66 % von BTCNein

Ethereum führt bei 2 von 8 Metriken: Transaktionszahl und Gebühren. Das liegt daran, dass Ethereum als Smart-Contract-Plattform mehr Transaktionstypen verarbeitet: DeFi-Swaps, NFT-Transfers, Staking-Operationen und Token-Transfers. Bitcoin dominiert hingegen beim Wertvolumen, da große institutionelle Transfers und Bitcoin-ETF-Flows den USD-Wert pro Transaktion weit über Ethereum heben.

Warum das Flippening 2026 unwahrscheinlicher ist als je zuvor

Seit dem Ethereum-Merge im September 2022 ist das ETH/BTC-Verhältnis um rund 65 % gefallen: von 0,073 auf 0,030. Mehrere Faktoren erklären diesen Trend. Erstens: Die Bitcoin-Narrative als "digitales Gold" ist bei institutionellen Anlegern dominanter geworden, besonders seit der Zulassung der Bitcoin-Spot-ETFs in den USA (Januar 2024). Zweitens: Das Dencun-Upgrade (März 2024) senkte die Layer-2-Gebühren drastisch, was weniger ETH verbrennt und die "Ultrasound Money"-These schwächte. Ethereum ist seitdem leicht inflationär statt deflationär. Drittens: Alternative Layer-1-Blockchains wie Solana haben Ethereum Aktivität abgenommen, besonders bei NFTs und Memecoins.

Die Bitcoin-Dominanz liegt im März 2026 bei 56,1 %, ein Niveau, das an 2020 erinnert. Für ein Flippening müsste Ethereum sich bei gleichbleibendem Bitcoin-Kurs mehr als verfünffachen oder Bitcoin müsste massiv einbrechen, während Ethereum stabil bleibt, ein Szenario ohne historisches Vorbild.

Solana als neuer Herausforderer?

Seit 2024 wird vermehrt über ein "Flippening" zwischen Solana und Ethereum diskutiert. Solana verzeichnete 2024/2025 ein Umsatzwachstum von 186 % und punktet bei Geschwindigkeit (400 ms Blockzeit vs. 12 Sekunden bei Ethereum). Allerdings liegt Solanas Marktkapitalisierung (ca. 48 Milliarden USD) bei nur 19 % von Ethereum. Ein SOL-Flippening von ETH wäre frühestens 2029–2030 realistisch. Ethereum hat zu viel institutionelles Kapital gebunden: über 50 Milliarden USD in DeFi-Protokollen, Staking-Verträge und das wachsende L2-Ökosystem (Arbitrum, Optimism, Base).

Was könnte ein Flippening auslösen?

Theoretisch denkbare Katalysatoren wären massive ETH-ETF-Zuflüsse, eine DeFi-Renaissance auf Ethereum oder die Tokenisierung von Real-World-Assets (Immobilien, Anleihen) primär auf der Ethereum-Blockchain. Auf der Gegenseite stehen Bitcoins regulatorischer Vorsprung, die einfachere Investmentthese ("digitales Gold") und die Tatsache, dass institutionelle Anleger Bitcoin als weniger riskant einstufen. Die meisten Analysten halten ein Flippening in den nächsten fünf Jahren für sehr unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass Ethereum die Nummer zwei bleibt, während der Abstand zu Bitcoin eher wächst als schrumpft.

Steffis Tipp

Ob das Flippening jemals kommt, ist weniger wichtig als die Frage, ob Ethereum und Bitcoin langfristig im Wert steigen. Beide haben unterschiedliche Stärken: Bitcoin als Wertaufbewahrung, Ethereum als Infrastruktur für DeFi und Smart Contracts. Ein diversifiziertes Portfolio mit beiden per DCA-Strategie deckt beide Szenarien ab.

Ist das Flippening schon bei irgendeiner Metrik passiert?

Ja, bei zwei Metriken führt Ethereum dauerhaft: Transaktionsanzahl (6-mal mehr als Bitcoin) und Transaktionsgebühren. Bei der Marktkapitalisierung, dem Handelsvolumen und den Google-Suchen liegt Bitcoin weiterhin deutlich vorn.

Wie nah war Ethereum dem Flippening?

Am 12. Juni 2017 erreichte Ethereum 83 % der Bitcoin-Marktkapitalisierung (36,8 vs. 44,3 Milliarden USD). Seitdem ist das Verhältnis kontinuierlich gefallen. Stand März 2026 liegt ETH bei nur noch 18,4 % von BTC.

Könnte Solana Ethereum überholen?

Solanas Marktkapitalisierung (ca. 48 Milliarden USD) beträgt nur 19 % von Ethereums 249 Milliarden USD. Trotz starkem Wachstum müsste sich Solana mehr als verfünffachen bei gleichbleibendem Ethereum-Kurs. Analysten halten ein SOL/ETH-Flippening frühestens 2029–2030 für möglich.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth

Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

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