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Was ist Courtage?

Courtage einfach erklärt

FinanzenEinsteiger4 Min. Lesezeit

Definition

Courtage ist die Vermittlungsgebühr, die ein Makler oder Broker für die erfolgreiche Durchführung eines Geschäfts erhält. Im Krypto-Bereich wurde dieses Modell durch Maker/Taker Fees und Spreads ersetzt.

Wer in den 90ern Aktien kaufen wollte, rief seinen Broker an und zahlte pro Order eine Courtage, oft 1 bis 2 Prozent des Ordervolumens. Bei einem Kauf von 10.000 DM waren das 100 bis 200 DM, nur für die Vermittlung. Heute klingt das absurd: Neobroker wie Trade Republic berechnen 1 Euro pro Order, Krypto-Börsen arbeiten mit Spreads und Maker-/Taker-Fees. Trotzdem taucht der Begriff Courtage immer noch auf, etwa bei Immobilienkäufen, Versicherungen und manchen traditionellen Wertpapiergeschäften.

Gebührenmodelle im Vergleich

ModellTypisch fürHöheBerechnung
Courtage (klassisch)Immobilien, Versicherungen1-7 % vom VolumenProzentual, einmalig
Maker/Taker FeeKrypto-Börsen (Bitvavo, Kraken)0,02-0,26 %Pro Trade, volumenabhängig
SpreadNeobroker, CFD-Plattformen0,5-2 %Im Kurs versteckt
FixgebührNeobroker (Trade Republic)1 EUR pro OrderPauschal
DepotgebührTraditionelle Banken10-50 EUR/JahrJährlich, pauschal

Was Courtage genau bedeutet

Courtage ist eine Vermittlungsgebühr: Ein Makler oder Broker bringt Käufer und Verkäufer zusammen und erhält dafür eine prozentuale Vergütung. Der entscheidende Unterschied zu anderen Gebühren: Courtage wird nur bei erfolgreicher Vermittlung fällig, nicht für Beratung oder Kontoführung. Bei Immobilien liegt die Courtage in Deutschland je nach Bundesland bei 3 bis 7 Prozent des Kaufpreises, aufgeteilt zwischen Käufer und Verkäufer. Das ist nach wie vor einer der größten Einzelposten beim Immobilienkauf.

Im Wertpapierbereich war Courtage jahrzehntelang das Standardmodell: Dein Bankberater führte die Order aus und behielt einen Prozentsatz. Mit dem Aufkommen von Onlinebrokern und Direktbanken in den 2000ern wurden diese Gebühren drastisch gesenkt. Heute zahlt fast niemand mehr klassische Courtage für Aktien oder ETFs.

Warum Courtage im Krypto-Bereich kaum vorkommt

Krypto-Börsen wie Bitvavo, Kraken oder Bitpanda arbeiten nicht mit Courtage, sondern mit Handelsgebühren (Maker/Taker Fees) und Spreads. Der Grund: Im Kryptohandel gibt es keinen Makler, der vermittelt. Du handelst direkt über die Orderbücher der Börse. Die Gebühren liegen typischerweise bei 0,02 bis 0,26 Prozent pro Trade, abhängig von deinem Handelsvolumen. Das ist ein Bruchteil der klassischen Courtage.

Bei dezentralen Börsen (DEXs) gibt es gar keinen Vermittler. Hier zahlst du Netzwerkgebühren an die Blockchain und eine Swap-Gebühr an das Protokoll (meist 0,3 Prozent). Courtage im klassischen Sinn existiert in der Krypto-Welt nicht, weil das Vermittlermodell durch Technologie ersetzt wurde.

Versteckte Kosten erkennen

Auch wenn der Begriff Courtage im Krypto-Bereich selten fällt, gibt es versteckte Gebühren, die wirtschaftlich ähnlich wirken. Der wichtigste: der Spread. Manche Plattformen werben mit "0 % Gebühren", verdienen aber am Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Ein Spread von 1 Prozent bei einem Kauf von 5.000 Euro kostet dich 50 Euro, ohne dass eine separate Gebührenzeile erscheint. Bei Krypto-Brokern ohne transparentes Orderbuch ist der Spread oft die größte Kostenposition.

Worauf du achten solltest

Vergleiche immer die Gesamtkosten eines Trades, nicht nur die ausgewiesene Gebühr. Dazu gehören Handelsgebühr, Spread, Depot- oder Kontogebühren und Auszahlungsgebühren. Manche Börsen haben niedrige Maker-Fees, aber hohe Auszahlungskosten. Andere werben mit niedrigen Spreads, berechnen aber eine monatliche Kontoführungsgebühr. Wer alle Kostenpunkte zusammenrechnet, sieht erst, welche Plattform wirklich günstiger ist. Besonders bei regelmäßigen Käufen über einen Sparplan summieren sich auch kleine Prozent-Unterschiede über Jahre zu relevanten Beträgen.

Courtage bei Immobilien vs. Krypto-Gebühren

Ein Vergleich macht die Dimensionen deutlich: Wer eine Wohnung für 300.000 Euro kauft, zahlt in Deutschland typischerweise 3,57 Prozent Maklercourtage, also rund 10.700 Euro. Wer für denselben Betrag Bitcoin auf einer Börse mit 0,1 Prozent Taker Fee kauft, zahlt 300 Euro Gebühren. Der Unterschied: Faktor 35. Natürlich sind Immobilien- und Krypto-Transaktionen nicht direkt vergleichbar, ein Immobilienmakler leistet Beratung, Besichtigungen und Vertragsabwicklung. Aber der Vergleich zeigt, warum das Courtage-Modell im digitalen Handel nicht überlebt hat: Technologie hat den Vermittler überflüssig gemacht.

Für Krypto-Anleger bleibt die wichtigste Erkenntnis: Gebühren sind nicht immer sichtbar. Während Courtage als klarer Prozentsatz ausgewiesen wird, verstecken sich Krypto-Kosten oft im Spread, in der Auszahlungsgebühr oder in ungünstigen Wechselkursen. Wer alle Kosten transparent vergleichen will, sollte den effektiven Gesamtpreis pro Trade berechnen, nicht nur die beworbene Gebühr.

Praxistipp

Achte nicht nur auf die beworbene Gebühr, sondern rechne Spread, Auszahlungskosten und eventuelle Depotgebühren zusammen. Die günstigste Börse auf dem Papier ist nicht immer die günstigste in der Praxis.

Häufige Fragen zur Courtage

Gibt es Courtage bei Krypto-Börsen?

Nein, Krypto-Börsen arbeiten mit Maker/Taker Fees und Spreads statt mit Courtage. Der Vermittler-Schritt, für den Courtage anfällt, entfällt im digitalen Handel.

Was ist der Unterschied zwischen Courtage und Provision?

Courtage ist eine spezielle Form der Provision, die nur bei erfolgreicher Vermittlung anfällt. Provision kann auch für Beratung oder laufende Betreuung gezahlt werden, unabhängig vom Ergebnis.

Wo zahlt man heute noch Courtage?

Vor allem bei Immobilienkäufen (Maklercourtage von 3-7 %), bei manchen Versicherungsvermittlungen und vereinzelt noch bei traditionellen Wertpapiergeschäften über Bankberater.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth

Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

Über Steffi

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